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Mittwoch, 13. Januar 2016

Nuschelnde Teenies [mumble ungdom]

Aus gegebenem Anlass möchte ich kurz darauf  hinweisen, dass Kinder deren Knochen und Muskeln noch wachsen manchmal nuscheln und das auch in dem Moment nicht ändern können. Der Kiefer und die Zahnstellung ändert sich ja mit dem Wachstum auch immer wieder und da muss die Mundmotorik immer erst hinterher kommen.

Falls Jemand von Euch sich also grade über einen nuschelnden wachsenden Mitbewohner ärgert und den Satz "red mal deutlicher bitte" auf den Lippen hat, kann sich ja mal ein Gummiband zwischen die Zähne spannen, einen Wattebausch unter die Zunge klemmen oder ähnliches und dann versuchen gut artikuliert zu reden.

Hier ist z. B. mal ein Bild von einem Gebiss im Zahnwechsel. Da ist echt was los. Wir haben ein genauso beeindruckendes Bild von Pelle, das ich aber grad nicht finde. Deshalb hab ich dieses hier beim UKW ausgeliehen.

 Kieferorthopaedie UKW: Durchbruchstoerung im Praemolarengebiet.















Und tatsächlich: eine Woche nachdem ich diesen Artikel getippt habe präsentiert Pelle uns seine grad frisch durchbrechenden Backenzähne. Ganz hinten zwängen sich da welche raus. 

Montag, 11. Januar 2016

Haare waschen [vaske dit hår]

Alle paar Wochen muss ich meine Haare waschen.
Damit die nicht nach ein paar Tagen schon anfangen zu muffeln, muss das ohne Shampoo sein. Denn die Abbauprodukte vom Shampoo sind es die so unangenehm riechen.

Deshalb hier meine Rezept fürs Haare waschen:

erst kommt eine Haarkur aus

Avocado
Kokosöl
Honig

das alles mit etwas Wasser mixen und in die Haare schmieren und einwirken lassen.

Danach wasche ich die Haare mit

Ei
Eigelb
Tl Honig
Essig

auch das alles mixen und dann in die Haare und mit viel Wasser auswaschen.

Zum Schluss (wenn ich schon abgetrocknet bin) kommt noch die saure Rinse

einen großen Schuss Apfelessig in eine große Schüssel
ins Waschbecken gestellt
mit fast kaltem Wasser aufgefüllt

dann die Haare bis zur Wurzel da rein tunken. Ich fülle die Schüssel dann noch mal mit klarem Wasser und spüle die saure Rinse ein bisschen wieder aus.

Fertig.

Dann einen Tag trocknen lassen und am nächsten Tag einflechten und wochenlang keine Arbeit haben mit dem Zottelzeug.

Die Rezepte sind aus dem Langhaarnetzwerkforum.

Ergänzung, weil die Frage im Kommentar auftauchte: Bürste für sehr lange Haare.


Sonntag, 8. Dezember 2013

Blessuren [kvæstelser]

Arm in Gips bzw. das was da heutzutage eben dann dran kommt.

Arm nur noch in Schiene.



Ein blauer Streifen an Luzis Bein.

Dienstag, 3. Dezember 2013

Sommer [sommer]

Es fing mit Läusen an. Dann kam die MagenDarmGrippe. Dann noch mal die MagenDarmGrippe. Jedes mal unendliche vollgekotzte Wäscheberge, durchgemachte Nächte, Tage mit Schüttelfrost und Kreislaufproblemen. Dann der gebrochene Arm von Pelle. Jetzt wieder MagenDramGrippe. Irgendetwas ist faul. Seit letztem Herbst haben wir eine Heizung (in zwei Zimmern je ein Heizkörper, dazu noch unsere Holzöfen) und seit letztem Herbst sind wir dreihundertmal häufiger krank als die vier Jahre davor. Woran liegt das? Seit letztem Herbst ist auch Minimum bei uns. Das hat natürlich unser Leben und unsere Aktivitäten verändert. Wir waren vorher quasi dauernd draussen. Mit Minimum geht das noch nicht wirklich. Stundenlang in der Kälte rumlaufen geht eben nur wenn man sich ausreichend bewegt, aber das geht ja festgeschnallt im Trageding nicht. Aber ich mag jetzt auch nicht ewig krank sein. Wird Zeit, dass der Sommer zurück kommt.


 

Donnerstag, 7. November 2013

Hoppla [hoppla]

Der Satz, den man nicht hören will, nachdem das Kind vom Pferd gefallen ist: Mama, mein Arm sieht irgendwie komisch aus.
Pelle hat den Satz heute gesagt. Und ja, tatsächlich hatte sein Arm einen Knick mehr als sonst. Wir sind dann mit ausreichend Proviant* zu unserem Chirurg des Vertrauens gefahren. Eine Stunde Autofahrt und Pelle hat sich wacker gehalten. Wir müssen ja mit der Fähre aufs Festland und die Fähre hat zwar die Autos drauf gelassen, als wir dort ankamen, fing aber auch gerade an zu tanken. Dabei steht der Tanklaster auf der Fähre und sie liegt so lange im Hafen. Da Pelle wegen der Verzögerung sehr unruhig wurde hab ich dem Kapitän gesagt, dass ich einen gebrochenen Arm an Bord habe und dann sind sie verbotenerweise während des Tankens schnell los gefahren.

Der Arzt sah den Arm und meinte: Ja, das ist kaputt. Nach dem Röntgen war aber glücklicherweise klar, dass es nur die Speiche war. Von aussen sah es nämlich auch für den Arzt so aus, als hätte es beide Knochen dahin gerafft. Also, nur die Speiche und die war auch hübsch sauber gebrochen. Also reicht eine Schiene von der Schulter bis zum Handgelenk, mit blauem Tape drumrum. Den Knick bekommt der Körper von Pelle, dank eigenem Wachstum, noch selber wieder hin. Bis zum Alter von zwölf Jahren, sagte der Arzt, geht das. Wir müssen also nur den Arm und Pelle ruhig stellen. Nächste Woche noch mal röntgen, um zu überprüfen, dass sich der Winkel den der Knochen eingenommen hat (jetzt gerade 20°) nicht verschlechtert. Dann müsste in einem Vollrausch (wie der Arzt sagte) der Knochen gerade zueinander gebogen werden. Aber das ist unwahrscheinlich. Heissahoppsa.

Nebenher beschäftige ich mich Geburtstagsvorbereitungen für Minimum. Und räume noch die letzten Schnipsel von Luzies Geburtstag weg.

*den haben wir gar nicht gebraucht. Wir waren das nur so aus der Großstadt gewohnt, dass es in der Notaufnahme ca. vier Stunden dauert bis man dran ist.

Samstag, 15. Juni 2013

Dann bohr Dir doch ein Loch ins Knie [hul i knæet]

Ja das war's für heut. Darum ist jetzt Schluß ihr Leut.

Und hat's dir nicht gefallen, dann bohr dir doch ein Loch ins Knie

Sing und schwing das Bein, laß die Sorgen Sorgen sein!


Schalt dich wieder ein zum nächsten Fraggle-Spaß...


Luzie ist ungeimpft. Ich weiß, dass die Impffrage sehr hitzig und emotional besprochen wird. Da halte ich mich gerne raus. Ich möchte hier nur kurz erzählen wie unsere Gedanken und Handlungsschritte dazu sind. Also sie ist bisher ungeimpft. Wegen unserer Lebensumstände wollen wir sie gegen Tetanus impfen lassen. Eigentlich schon letztes Jahr. Wir haben das also im Herbst bei der U-irgendwas mit unserem Kinderarzt besprochen. Allerdings möchte unser Kinderarzt die Kinder nicht ohne Vorwarnung mit einer Impfung überrumpeln. Wir sollen deshalb einen extra Termin für die Impfung machen. Und es hatte letztes Jahr noch Zeit. Im Herbst und Winter gibt es quasi keine Infektionsmöglichkeiten. Lediglich Hundebisse sind da problematisch. Aber wenn Luzie so doll von einem Hund gebissen würde, dass es eine echte Fleischwunde gibt, würden wir eh ins Krankenhaus fahren und dort könnte sie auch direkt die Tetanusimpfung bekommen. Unser Kinderarzt ist leider zwei Stunden von uns entfernt. Bei den letzten beiden Terminen (die U´s von Minimum) dieses Frühjahr war Luzie jedes mal erkältet. Ausserdem kamen der Kinderarzt und ich bei einem Gespräch zu einem Plan. Ich wollte sowieso unser aller Blut untersuchen lassen und den VitaminD-Status testen. Einfach aus Neugier. Alle Welt redet von VitaminD-Mangel und substituiert fröhlich vor sich hin. Ich kann mir vorstellen, dass da etwas dran ist. Deshalb wollte ich wissen wie es um unser VitaminD (welches übrigens in Wirklichkeit gar kein Vitamin sondern ein Hormon ist) steht. Unser Kinderarzt findet das auch interessant. Wies mich aber darauf hin, dass es nach dem Winter einen natürlichen Mangel an VitaminD im Menschen gibt. Deshalb müssen wir auch den Wert nach dem Sommer bestimmen um ein aussagekräftiges Bild zu bekommen.
Da wir also eh Blut abnehmen wollten, wegen dem VitaminD, kamen wir auf die Idee auch gleich den Tetanusstatus von Luzie bestimmen zu lassen. Denn es gibt ja auch Wildimmunisierungen. Also war das nun unser Plan.
Ich habe mich dann noch etwas mehr mit dem Thema der Tetanustiterbestimmung befasst und die Ergebnisse sind leider sehr durchwachsen.
Wenn eine Wildimmunisierung stattgefunden hat gibt es einen Titerwert im Bereich zwei Stellen hinter dem Komma (> 0.01 IU/ml). So ein Titer wäre auch schon ein ausreichender Immunstatus. Leider ist es aber so, dass die Impfungen so riesige Titerwerte erzeugen (eine Stelle hinter dem Komma: > 0.1 IU/ml), dass die Labore gar nicht mehr die Messinstrumente haben um die kleinen Titerwerte zu bestimmen. Die schauen nur wie es eine Stelle hinter dem Komma aussieht und wenn da eine 1 steht ist man ausreichend geschützt und wenn da eine 0 steht muss man neu geimpft werden. Wir sehen: schon allein die Titerbestimmung ist nicht so leicht. Jetzt kommt noch hinzu, dass es gar nicht klar ist ob ein hoher Titer wirklich einen sicheren Schutz widerspiegelt. Es gibt immer wieder Tetanusinfektionen trotz eines hohen Titers. Was heißt das jetzt für uns?

Unser Kinderarzt sagt, er hat Tetanuspatienten im Kindesalter in Indien gesehen. Hier in Deutschland sind es hauptsächlich Waldarbeiter um die 60 Jahre. Die vergessen ihren Impfschutz und gehen mit Wunden die sie sich holen nicht sonderlich pfleglich um.

Unsere Lebensumstände sind extrem freundlich zu Tetanusbakterien. Diese vermehren sich nämlich sehr gerne im Pferdedarm. Also ist Pferdemist ein reines Tetanusparadies. Dieser Pferdemist ist rund um unser Haus auf unserem Hof zu finden. Unsere Pferde werden einzig gegen Tetanus geimpft. Dazu kommen jetzt noch Kinder, die nicht sonderlich zimperlich mit ihren Verletzungen umgehen. Wenn einer eine dicke Fleischwunde hat kommt er rein, wird getröstet und verarztet. So bald der Schreck vorbei ist sitzt das verletzte Kind aber sofort wieder im Matsch und spielt weiter. Deshalb wollen wir eine Tetanusimpfung.

Hier noch eine kleine Anmerkung unseres Kinderarztes: eine Tetanuswunde erkennt man sofort am aufgasen. In der Wunde entsteht ein Gas und die Wunde "schäumt". Und dann ist immer noch genug Zeit ins Krankenhaus zu fahren, wo der Chirurg die Wunde versorgen kann und eine Tetanusimpfung geben kann.

Trotzdem ist es uns lieber diese Impfung prophylaktisch durchführen zu lassen.


Jetzt haben wir grad, was die Tetanussituation angeht einen GAU. Luzie ist noch ungeimpft, und unser Grundstück ist voll mit Hochwasser. In dem Hochwasser schwimmt jetzt unter anderem auch der ganze Pferdemist mit rum. Und Luzie und Pelle rudern den ganzen Tag in ihrem Zinkwannenboot durch dieses Wasser. Seit gestern darf Luzie nicht mehr mit machen. Sie ist auf den Knien im Wohnzimmer gerutscht und ist direkt in einen Dielennagel, der durch die Bewegung der Holzdielen raus schaute, hineingerutscht. Jetzt hat sie eine tiefe gekammerte Fleischwunde am Knie.

Luzies Knie haben wir mit Cistrose behandelt und mit Calendulaessenz gesäubert und die Holzdielennägel haben Pflaster bekommen.

Glücklicherweise ist es heute recht kühl, so dass Pelle und Luzie sehr zufrieden damit sind, im Haus zu spielen.

Und ich bin immer noch nicht wirklich überzeugt davon, dass wir Luzie gegen Tetanus impfen lassen sollten. Denn unser Kinderarzt ist zwar auch für diese Impfung, seine Informationen sprechen aber nicht unbedingt für die absolute Notwendigkeit, was er auch selber sagt. Aber ich denke es ist sinnvoll, einfach weil Luzie immer eigenständiger wird und es nicht gegeben ist, dass Elvis oder ich wirklich noch alle Wunden zuverlässig behandeln und begutachten werden.



Donnerstag, 16. Mai 2013

Nochmal Deocreme [igen sved]

Also, Elvis hat die Deocreme jetzt auch getestet und möchte mehr. Es funktioniert auch mit Haaren unter den Armen.


Und dann habe ich Waldfussel geschrieben. Als ich die Deocreme ausprobieren wollte, hat mich längere Zeit die hohe Mindestbestellmenge und das Porto davon abgehalten die Deocreme zu bestellen. Hinterher habe ich gesehen, dass sie auf Nachfrage auch als Warensendung verschickt, aber trotzdem brauchte ich nicht für 15 Euro Seife. Also habe ich ihr das Problem geschildert und sie hat geantwortet.

Hallo Katrin,

ich habe jetzt einfach den Mindestbestellwert im Shop auf 4,90 Euro gesetzt (ich mag keine einzelnen Viertele packen ;-)) und Du kannst Deine Leser gern auf die Möglichkeit der Warensendung aufmerksam machen. Sie müssen dann einfach normal bestellen, in den Bemerkungen "bitte als Warensendung" angeben und ich schicke dann die korrigierte Rechnung. Am besten verlinkst Du dazu noch meine Versandkosteninfos, dann sehen Deine LeserInnen auch gleich, wie viel als Warensendung geht oder z.B. auch, was es ins EU-Ausland kostet usw.

Ich denke, ich werde dann 4,90 als Mindestbestellwert erst mal beibehalten.

liebe Grüße
Didi/Fussel

Donnerstag, 25. April 2013

Deocreme [creme]

Es funktioniert!
Nach meinem Text zu den Deos und dem bösen Aluminium hat mich eine liebe Freundin auf die Deocreme von Waldfussels wunderbare Wohlfühlseifen hingewiesen.
Zuerst fand ich die Vorstellung komisch mir Creme unter die Arme zu schmieren und dann fand ich es auch in Wirklichkeit komisch mir Creme unter die Arme zu schmieren.
Aber es wirkt!
Kein Schweißgeruch mit Blümchen mehr. Gar nichts. Einfach nur sauber und frisch und trocken.
Ich hatte kurz gezögert, weil in der Creme Zink ist. Ich dachte, dass das Zink die Poren ganz schön zukleistern könnte. Aber meine allerliebste Hexe, die auch über ein wirklich umfangreiches Wissen im Bereich der kosmetischen und heilsamen Zutaten verfügt hat mich beruhigt. Sie meinte, dass das Zink höchstens allerschlimmstenfalls weiße Flecken auf den Klamotten (oder auch Kaplotten - wie Luzie sagt) macht. Aber davor hatte ich keine Angst und hab es ausprobiert. Und wie gesagt, es ist wirklich gut. Ich hab auch einer Freundin, die Hausärztin ist, welche für einen echten Praxistest mitgegeben.


Meine absolute Lieblingscreme ist Kamille-Lavendel. Die riecht ganz angenehm dezent und frisch. Die anderen Sorten sind mir ein bisschen zu herb. Was ich mich noch frage ist, was machen Menschen die sich nicht die Achseln rasieren? Da dürfte es schwierig sein die Creme zu verreiben. Für mich ist es auf jeden Fall gerade genau das Richtige. Auch die ersten sehr warmen Tage mit Gartenarbeit hat die Creme gut hinbekommen. Danke liebe Frau Pilli für diesen superwertvollen Hinweis. Das ist eine echte Bereicherung. Jetzt muss ich nur noch so ein Sonnensystemmodell, wie Du es hast finden. Dann bin ich bis Weihnachten glücklich.

Montag, 15. April 2013

Veilchenwurzel [violrod]


Die Veilchenwurzel ist gar keine Veilchenwurzel. Sie heißt nur so, weil sie nach Veilchen schmeckt. In Wirklichkeit ist es ein Wurzelteil der Schwertlilie.

Minimum hat eine Veilchenwurzel, um darauf rum zu kauen. Beim Kauen werden die ätherischen Öle gelöst und wirken beruhigend und tröstend. Und in der Wurzel sind Schleimstoffe, die sich beim Kauen im Mund ausbreiten und kühlen. Das hilft bei Zahnungsbeschwerden. Das was den kleinen Menschen so weh tut ist meist nicht der Moment in dem der Zahn aus dem Zahnfleisch raus kommt. Wenn der Zahn sich im Kieferknochen vorwärts schiebt drückt es ganz furchtbar. Und dann gibt es die schlaflose Nächte und Gezappel beim Stillen. War doch das Stillen für das Kind bisher immer etwas gemütliches beruhigendes, merkt das Kind jetzt in dem Moment den Druck im Kiefer besonders. Pelle, Luzie und auch jetzt Minimum fanden und finden dann die weiche Brust anscheinend ganz doof. Dann ist etwas hartes auf dem man rum kauen kann angenehmer. Beim Stillen wird dann ständig abgedockt und sich durchgestreckt und geschimpft und wieder angedockt und wieder abgedockt.

Bei Minimum können wir seit gestern die Stelle sehen wo der erste Zahn durchkommt. Dort ist das Zahnfleisch blau-grau und in der Mitte schimmert die Spitze eines Zahnes. Bisher ist sie ganz gut drauf. Aber richtig anstrengend wird es ja auch meist erst bei den Backenzähnen. Mit Luzie hab ich vor fünf Jahren Stunden auf dem Hüpfball verbracht. So lange sie wach war, war alles in Ordnung. Aber wenn sie müde war und schlafen wollte hat sie der Druck im Kiefer so gequält, dass sie untröstlich wurde. Wenn ich mit ihr im Tragetuch auf dem Hüpfball ganz energisch rumgehopst bin konnte sie einschlafen. Aber so bald ich wieder etwas seichter in der Bewegung wurde, wurde sie wach und weinte wieder. Das ging pro Backenzahn ca. drei Nächte lang. Tagsüber sah ich aus wie ein Zombie und sie war quitschfidel.


Mittwoch, 27. März 2013

Aluminium [aluminium]

In Deorollern... Eklig. Gruselig. Wir haben unsere Deoroller ausgetauscht. Ohne Aluminium ist aber natürlich auch der Haupteffekt weg. Elvis hat einen sehr würzigherb riechenden von Speick. Das funktioniert ganz gut. Ich hab so Blümchenduftdinger von Laverde und Alverde. Jetzt rieche ich immer nach Schweiss mit Blümchen. Wir üben noch.

Der Blog von Bert Ehgartner.



Bert Ehgartner ist Wissenschaftsjournalist, Autor, Dokumentarfilmer. Er schreibt: "[Ich] blogge hier über Ereignisse, die mir in meinem beruflichen und privaten Umfeld auffallen. Mein kritisches Interesse gilt besonders der Gesundheits-Vorsorge und ihren Entgleisungen."


Lohnt sich.

Samstag, 23. März 2013

Katharinas Hausgeburt [Hjemmefødsel]



Eine Freundin hat vor zwei Jahren an Heilig Abend ihre Zwillinge zu Hause geboren und wir haben die Ehre ihren Geburtsbericht hier zeigen zu dürfen.

Katharina: "Meine Zwillingsschwangerschaft verlief zum Glück sehr komplikationslos. Ich war einfach schwanger – nur eben mit zwei Babies in meinem Bauch. Schon vor der Schwangerschaft hatte ich den Wunsch meine nächste Schwangerschaft sehr selbstbestimmt zu verleben, in möglichst ausschließlicher Hebammenbegleitung und vor allem mit Fachleuten, die meine Eigenkompetenz und Eigenverantwortung respektieren und schätzen. Ich habe ein Hebammenteam gefunden, das sich (nicht ohne vorsichtige Bedenken) darauf einließ, mir die Möglichkeit einer Zwillings-Hausgeburt unter bestimmten Umständen offen zu halten. Die Beiden begleiteten mich mit regelmäßigen Vorsorgen und allen notwendigen Untersuchungen durch die komplette Schwangerschaft (ich glaube das erste Treffen fand schon in der 8. SSW statt). Ich denke, das war eine wichtige Vorraussetzung für uns alle, die notwendige Vertrauensbasis auf allen Seiten für die mögliche Hausgeburt zu schaffen. Um die Versorgungslage der Kinder im Bauch zu beobachten und um Krankheiten, die eine sofortige Behandlung der Kinder nach der Geburt erfordert, möglichst auszuschließen, war ich zu drei geplanten Ultraschalluntersuchungen bei meiner Gynäkologin. Sie war anfangs gar nicht begeistert von der geplanten Hausgeburt. Schlußendlich hat sie sich aber darauf eingelassen, mich in dem Umfang weiter zu betreuen, wie ich es mir wünschte. Der Hausgeburt stand nichts im Wege. Die Babies lagen beide in Schädellage (von Anfang an), ich war gesund, mein erstes Kind kam spontan, termingerecht ohne Komplikationen zur Welt. Wir standen mental fest hinter dem Plan, ich halte mich für recht aufgeklärt und wissend in dem Bereich „Geburt und Schwangerschaft“. Genug, um gewisse Risiken durchaus selbst gut einschätzen zu können. Und das allerwichtigste: ich hatte die ganze Zeit über grosses Vertrauen zu den beiden Hebammen, die mich begleiteten. Ich wußte, sie würden der Hausgeburt nicht zustimmen, wenn sie große Bedenken hätten. Dazu kam die Sicherheit und das Vertrauen in mich selbst. Ein Gefühl, das innerhalb der Schwangerschaft immer sicherer und gefestigter wurde. Ich wußte, wenn der Weg zu Hause zu gebären nicht der Richtige sein sollte, so würde ich es rechtzeitig fühlen. Die Geburt von J. und G. begann nachts um halb eins mit einem Blasensprung auf der Toilette. Ich wollte vor dem Einschlafen nochmal auf Klo und wunderte mich, das da immer mehr rauskam. Im ersten Moment glaubte ich nicht wirklich an einen Blasensprung, da ich den ganzen Weihnachtsabend über keine Senkwehen oder dergleichen hatte. Ich hatte zum Glück durch puren Zufall Lakmuspapier im Haus und hab einfach, das was da lief mal getestet. Eindeutig Fruchtwasser. Irgendwie konnte ich nicht so wirklich an „Geburt“ glauben und hab mich erstmal dick in eine Decke gewickelt zu meinem Freund aufs Bett gesetzt, gezittert und ihm zugehört, der meinte, es würde ihn jetzt nicht überraschen, dass es nun losginge. Mich irgendwie schon. Ich hatte nicht wirklich vor Silvester mit der Geburt gerechnet. Manche Sache waren daher auch noch gar nicht fertig. Ich hab dann die Hebamme angerufen. Sie sagte, wir sollten nochmal versuchen zu schlafen und wir verabredeten uns für morgens um 8.00 Uhr, wenn sich bis dahin nichts wehenartiges tun sollte. Ich hab dann mal angefangen irgendwelche Sachen in eine Tasche zu packen, falls wir doch in die Klinik fahren müßten, mein Freund fing an den Pool aufzustellen, und wie wir so rumräumten, kamen dann auch prompt Wehen. Um viertel nach zwei waren die so schmerzhaft, das ich die Grosse zu meiner Mutter haben wollte und die Hebamme zu mir in die Wohnung. Im Nachhinein war ich extrem überrascht, dass zwischen dem ersten und dem zweiten Telefonat mit der Hebamme zwei Stunden lagen. Es kam mir vielleicht vor wie eine Dreiviertelstunde. Als sie um halb drei ankam, hatte ich schon fiese Wehen, ohne Pause und für mich recht schnell sehr schmerzhaft und eher schlecht zu verarbeiten, da ich wirklich ganz anders als bei meiner Tochter damals einen Dauerschmerz mit nur wenigen kurzen Pausen hatte. Unsere Wasserleitungen gaben leider nicht schnell genug, genug warmes Wasser für den Pool her und so hatte ich die Option dann leider doch nicht. Ich brauchte meinen Freund dann auch einfach bei mir. Ich ließ ihm keine große Möglichkeit mehr, viele Sachen auszuprobieren, den Pool zu füllen. Bis zur Übergangsphase wehte ich also ziemlich stark vor mich hin und hab mich in der Zeit durchaus ein ums andere Mal gefragt, was mich eigentlich geritten hat, an der Idee festzuhalten, zwei Babies auf einmal fernab von PDA, Opiaten und einer schnellen Kaiserschnittmöglichkeit zu bekommen. Diese Wehen ohne Pausen kosteten verdammt viel Kraft und machten mich zwischendurch recht mutlos. Irgendwann kam die zweite Hebamme dazu. Ich glaube kurz bevor der Muttermund vollständig eröffnet war, war sie dann auch da. Irgendwann kamen dann auch die schmerzfreien Wehenpausen dazu, wie ich es von der Geburt von meiner Tochter kannte. So konnte ich mich zwischen den Wehen gut in die Arme meines Freundes fallen lassen und kurz ausruhen. Weitaus angenehmer! Da ich im Vierfüßler keine Kraft mehr hatte, und sich im Halbliegen auf dem Bett nicht das Richtige tat, bin ich irgendwann auf den Hocker umgezogen, meinen Freund im Rücken, Hebamme 1 vor mir, Hebamme 2 irgendwo auch da. Auf dem Hocker ging, dank Schwerkraft, dann alles recht schnell. J. rutschte runter, kurze Zeit später war erst der Kopf und dann das ganze Kind geboren. Wow. Ein Baby…  5.41 Uhr. Weil ich recht viel Blut verlor auf dem Hocker, betteten mich die drei mit noch angenabeltem J. zusammen erstmal wieder aufs Bett. Gs Herztönen zu Folge, war er, nachdem J. geboren war, kurz gestresst. Die Hebammen baten mich dann ganz tief zu ihm in den Bauch zu atmen, ich habe ihn von Aussen gestreichelt und ihm gute Gedanken geschickt. Das klingt absolut abgedroschen und esoterisch, aber wirklich, noch während ich so an ihn dachte und lächelte, gingen die Herztöne wieder hoch und stabilisierten sich. Die Hebammen betteten mich so, dass G. es leicht hatte, in die richtige Position zu kommen. Er rutsche recht schnell in Geburtsposition und wir merkten, das ohne Hocker wieder nichts gehen würde. J. wurde also abgenabelt, damit ich auf dem Hocker mehr Bewegungsfreiheit hätte und die drei halfen mir ins Sitzen zu kommen. Wieder auf dem Hocker, kam dann auch G. ganz schnell. Zwei Wehen glaube ich ungefähr und er war da: 6.07 Uhr. Wahnsinn! Beide Babies raus! Ich konnte es nicht ganz glauben. Ich wurde wieder ins Bett verfrachtet, wo wir dann erstmal gekuschelt und gestaunt haben und geguckt. Es ist dann doch etwas surreal, das zwei Babies auf einmal in mir drin waren und da grad geboren worden sind. Mein Freund war die ganze Zeit dicht bei mir, hinter mir, neben uns… hat die Babies gehalten, als die Plazenta – letztendlich auch auf dem Hocker – geboren wurde. Ich habe bei der Geburt etwas mehr Blut verloren als ich sollte, so hatte ich direkt nach der Geburt einen extrem schwachen Kreislauf, bin auf dem Klo direkt mal zusammengeklappt und hab danach erstmal Bettruhe verordnet bekommen für die nächsten Tage.
Die beiden Jungs sind mit 2800g, 47 cm und 3100g und 49 cm in der 38. SSW geboren worden. Sie trinken fleißig und gerne ständig.

Ich bin froh, dass wir diese Geburt so miteinander erleben konnten. Ich bin sicher, das ein Großteil der „Entspanntheit“ und gesunden Natürlichkeit der Geburt der von allen Beteiligten mitgedachten Idee zugrunde lag, das eben eine normale, gesunde Zwillingsgeburt möglich ist und in aller Ruhe ohne Generalpathologisierung im Vornherein von statten gehen kann."


Mittwoch, 20. März 2013

Affektkrämpfe [følelse]

Pelle  2008

Pelle hat heute ein Experiment gemacht. Er hat ausprobiert wie lange er die Luft anhalten kann, bzw. wie rot sein Kopf werden kann. Das hat er im Bad vor dem Spiegel gemacht. Dann gab es einen lauten Rumms, er lag auf dem Boden und hatte eine sehr dicke Beule an der Stirn. Ansonsten ist der Kopf heil geblieben. Pupillenreflex ist unauffällig, keine Verwirrtheit. Nur eine Menge Tränen. Glück gehabt.


Dieses Experiment werden wir heute Abend noch sorgfältig nachbereiten. Lebensnotwendige Körperfunktionen besprechen. Ich hab schon einige Erfahrungsberichte im Internet gesammelt, die wir dann lesen können. Ich kenne das absichtliche Ohnmächtig werden noch aus der Schule. Dort haben hauptsächlich die Jungs in den Pausen, den so genannten Pilotentest, gemacht. Der besteht aus Hyperventilieren und dann ohnmächtig werden. 


Im Kleinkindalter gibt es etwas ähnliches. Ein Kind bekommt einen Wutanfall, schreit, hält die Luft an und wird bewusstlos. Das ist ein Affektkrampf. Der ist allerdings absolut nicht willentlich herbeigeführt, auch wenn einige Eltern das oft denken. 


Viele Wutanfälle sind das Ergebnis von emotionalem Schmerz, der ernst genommen werden sollte: Der Schmerz von Ohnmacht, Frustration, Verlust, Enttäuschung und dem Gefühl, missverstanden zu werden. 


Manche Eltern meinen sie stecken mit ihrem Kind gerade in einem Machtkampf. Aber es kann für Kinder sehr schmerzhaft sein, wenn sie das Gefühl haben, es nicht zu schaffen, den geliebten Elternteil dazu zu bringen, etwas überaus Wichtiges zu verstehen [Sunderland 2006, S.120].

Kinder entwickeln in der Auseinandersetzung mit Frust und Wut Strategien, mit diesen Emotionen umzugehen. Sie lernen, wie sie sich selber beruhigen können. Sie lernen, was ihnen helfen kann mit diesem Gefühl klar zu kommen. Wut und Frustration sind deshalb unglaublich wichtig für die Formung des Gehirns. Das Kind entwickeln in diesen Momenten Strategien zur Stressbewältigung, die in seinem ganzen restlichen Leben benötigen wird.

Bei einem Affektkrampf ist das Kind seinen Emotionen hilflos ausgeliefert. Ein Affektkrampf sieht hoch dramatisch aus, ist aber für das Kind nicht so gefährlich.

Physiologisch passiert folgendes: das Kind gerät in einen solchen hochemotionalen Zustand, schreit und brüllt, die Stimmritze verkrampft sich und die Atmung setzt aus, d
er Blutdruck fällt und das Herz schlägt langsamer. Es tritt ein Sauerstoffmangel ein. In diesem Moment wird das Kind bewusstlos. Der Teil vom Gehirn, in dem der Affektkrampf stattfindet wird kurz ausgeschaltet (have you tried turning it off and on again?). Jetzt bekommt ein sehr basaler Gehirnbereich die Oberhand. Und dieser Teil sorgt zum Beispiel für so lebensnotwendige Funktionen wie das Atmen. Also beginnt das Kind wieder tief und regelmäßig (also effizient) zu atmen, in dem Moment wo es bewusstlos wird.

Als Eltern kann man dabei nur dafür sorgen, dass das Kind weich fällt. Einige Eltern berichten davon, dass sie es schaffen ihr Kind aus einem Affektkrampf zu lösen indem sie ihm ins Gesicht pusten (also noch bevor es bewusstlos wird). Aber die meisten stehen dem hilflos gegenüber. Die Kinder kommen nach kurzer Zeit wieder zu sich, sind manchmal etwas benommen oder müde. Diese Affektkrämpfe haben anscheinend aber keinerlei Folgen für die Gesundheit der Kinder. Die treten auf, sind sehr gruselig, machen aber nichts kaputt.


Das sind die blauen Affektkrämpfe. Blau deshalb weil die Lippen des Kindes beim Schreien und Atem anhalten blau (zyanotisch) werden. 

Es gibt aber auch noch blasse Affektkrämpfe. Da schreit sich das Kind nicht weg. Es kippt einfach um. Hier scheint nicht Wut oder Frust die Ursache zu sein, sondern physiologischer Schmerz. Es gibt Kinder die stoßen sich den Kopf, bekommen einen Schreck oder erleben Angst, werden blass und kippen um.

Wir (und vor allem Pelle) sind froh, dass er dieses Experiment nicht in der Badewanne durchgeführt hat.


Quellen:

Sunderland 2006: Die neue Elternschule. Dorling Kindersley, London.


Respiratorischer Affektanfall.

Mittwoch, 13. März 2013

Nasen & Schnupfen [snude og snue]



Nasen von ganz kleinen Menschen sind hier oft bewohnt von Popelmonstern. Bei Pelle konnte ich immer während des Stillens einfach ein bisschen Muttermilch in seine Nase laufen lassen. Ich hab ihn kurz abgedockt und ihn so gehalten, dass die Milch genau in sein Nasenloch lief. Die löste dann dort alles und das kam dann auch prompt rausgeschnaubt. Nase frei.

Bei Luzie funktionierte das nicht. Ihre Nasenlöcher waren so winzig, dass die Muttermilch einfach als dicker Tropfen davor liegen blieb. Ich hab uns kleine Pipettenfläschchen aus der Apotheke besorgt und dann mit der Pipette die Milch in die Nase geträufelt. Oder ich habe eine isotonische Kochsalzlösung hergestellt und diese in die Nase geträufelt.

Bei Minimum klappt das mit der Muttermilch auch nicht. Sie dreht immer sofort den Kopf weg wenn ich sie abdocke. Aber sie hat oft festen Schnodder ganz hinten in der Nase, der sie beim Atmen nervt. Von der letzten Erkältungswoche hatten wir noch das Rhinodoron von Weleda in unserer Hausapotheke. Das ist eine isotonische Kochsalzlösung mit ein bisschen Aloe Vera als Nasenspray. Das funktioniert super. Minimum findet es spannend, wenn wir ihr das in die Nase sprühen. Und kurz danach kommt da einiges aus ihrer Nase rausgeschnauft. Nase sauber.

In unserer Hausapotheke haben wir für die Schnupfenzeit Engelwurzbalsam zum unter die Nase reiben und Thymian-Myrte-Balsam (für Kinder) für Brust und Rücken aus der Bahnhofsapotheke. Bei Luzie können wir das Thymian-Myrte-Balsam aber nicht verwenden, da ihre Haut es gar nicht mag mit irgendetwas eingecremt zu werden. Für die Duftlampe haben wir Erkältungsöl wärmend und Erkältungsöl befreiend.

Grundsätzlich muss man mit ätherischen Ölen, vor allem in Mixturen zum Einreiben oder in Badezusätzen, bei Kindern sehr vorsichtig sein. Zum Beispiel haben Kampfer, Menthol und Thymol eine hyperämisierende Wirkung. Das heisst, dass die Durchblutung sehr stark angeregt wird. Kinder haben im Verhältnis zum Körpergewicht eine große Körperoberfläche und ihre Haut ist noch recht dünn. Deshalb können diese Wirkstoffe leicht in den Blutkreislauf gelangen und im schlimmsten Fall zu einem Kreislaufkollaps führen.