Montag, 13. Juli 2015

Eine Insel [en ø]

Wir waren auf einer Insel. Da kommt man nur mit dem Autozug hin. Vier Tage ausruhen. Das war gut. Die drei Deichhauskinder (... das Wort Kind trifft auf Pelle irgendwie nicht mehr wirklich zu) waren von morgens bis abends mit der Tierwelt beschäftigt. Eigentlich waren wir dort um Elvis beim Filmdreh zuzuschauen. Aber unsere Kinder finden Einsiedlerkrebse spannender als Kameraleute. Minimum steckte die ganze Zeit in einer Mixtur aus Panik, Begeisterung und anfassen-wollen fest. Große Strandkrabben wohin man auch trat, Schnecken, Muscheln, Möwen und Quallen. Luzie ging am ersten Tag kurz verloren, weil sie vom Haus allein zum Strand wollte und den falschen Dünenweg nahm.

Pelle ging am zweiten Tag quasi verloren, nachdem er auf dem Nachhauseweg im Watt einen Einsiedlerkrebs ohne Behausung gefunden hat. Er wühlte also zwei Stunden lang im Watt rum und bot dem Hauslosen Tierchen verschiedene Immobilien an. Aber der lehnte alle ab. Pelle hat sich erst nach sehr langer Zeit damit abgefunden, dass der Krebs sein Haus wohl selber suchen will. Wir saßen derweil auf den Steinen einer Buhne am Strand und passten auf, dass die Flut Pelle nicht den Rückweg abschneidet. Gegen 23.00 Uhr konnten wir dann endlich zu unserem eigenen Haus gehen.

Es war komisch dort Urlaub zu machen wo andere wohnen. Weil wir ja selber dort wohnen wo andere Urlaub machen. Wenn ich also zwischen den schönen Reetdachhäusschen entlang lief und mir Haus- und Gartendinge anschaute, wusste ich ja genau wie es ist, wenn jemand uns und unsere Dinge anschaut...

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