Dienstag, 1. Dezember 2015

Auswandern [udvandre]





















Wir wandern aus. Zumindest ein wenig. Wegen der anhaltend dämlichen deutschen Schulpflicht, müssen wir Luzie ausser Landes bringen. Wir sind also Bildungsemigranten. Deshalb sind Luzie, Minimum und ich (Katrin) im Herbst nördlich von Deutschland unterwegs und ab Januar fahren wir Richtung Südeuropa. Mein Ziel ist Andalusien, Luzie arbeitet hart daran, dass wir bis Afrika fahren.

Pelle und Elvis bleiben hier und machen eine Jungs-WG.

Die längste Zeit am Stück, die sich die Familienmitglieder nicht sehen, beträgt 7 Wochen. Also eine Woche länger als die Sommerferien. Trotzdem fragen immer alle ganz besorgt, wie wir alle das verkraften werden. Ich finde diese Frage immer etwas unpassend. Ich beschäftige mich damit irgendwann für Ärzte ohne Grenzen in einem Krisengebiet zu arbeiten. Da wäre ich dann 16 Monate weg. Da fänd ich diese Frage echt angemessen.

Pelle freut sich auf schwesternfreie Zeit, in der er Legofilme machen kann, ohne kleine Hände aus dem Bild zu sortieren und Filme für halbstarke Jungs schauen kann.

Und falls es irgendeinem Familienmitglied schlecht mit der Situation gehen sollte ändern wir eben unseren Weg.

Wir organisieren zwischen unseren Dänemarkreisen den behördlichen Kram. Das ist viel Lauferei. Und wirklich niemand weiß, was alles zu tun ist und welche Konsequenzen das hat. Wir müssen uns das alles selbst erarbeiten und abwarten was passiert.

Zum Beispiel hat die Steuerfrau in der Agentur in der Elvis arbeitet ihn kürzlich angesprochen und gesagt, dass er jetzt 20 Euro weniger Gehalt bekommt weil ein Kind auf seiner Lohnsteuerkarte weg ist. Das ist wiederum die Folge davon, dass wir Luzie aus Deutschland abmelden mussten.

Ein wirklich guter Blog zu diesen Themen ist: wirelesslife. Dort hat Sebastian unglaublich viele Informationen für Digitale Nomaden zusammen gesammelt. Das Problem ist, dass die Ausgangslage für jeden Menschen, jede Familie unterschiedlich ist. Aber er hat da wirklich viele viele Antworten auf viele viele Fragen gefunden.

Wir werden in den nächsten Tagen ein wenig von unseren bürokratischen Pfaden berichten.

2 Kommentare:

  1. Ich lese hier bei eurem Weg sehr gerne und interessiert mit und hab oft gedacht den Weg würde ich auch gerne wagen zu gehn...getrennt auszuwandern geht mir dann aber auch deutlich zu weit. Bin sehr schulkritisch, doch gemeinsames Familienleben dafür aufzugeben scheint mir dann doch viel zu krass...unsere erste geht nun in eine ganz normale Grundschule (wir wollten sie eigentlich in eine freie demokratische schicken, sie hat sich aber ganz klar entschieden mit ihren Freundinnen integriert im Ort weiter aufwachsen zu wollen) und ich glaube fest dass das mindestens so wichtig ist wie freies Lernen, was wir ihr auch weiterhin durch unsere Haltung und Unterstützung ermöglichen...unser Weg ist wohl eher ein festes Zuhause mit gemeinsamen familiären Leben und Integration in die Umgebung, Wurzeln schlagen und trotz Schule möglichst frei leben und denken...Ich hoffe dass es euch bei eurem Weg trotzdem gut geht!!! Kann die vielen Menschen verstehen die sich Sorgen um euch machen...ich wünsch euch alles Liebe!!!

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  2. Hallo,
    ich lese hier ja auch mit Interesse.
    Mein Sohn hat ja das Asperger-Syndrom und hat deshalb öfter Schulprobleme. So dass ich auch schon öfter an das Auswandern dachte... denn irgendwie sehe ich nicht ein, dass ein Kind zwangseingewiesen werden soll in die Kinderpsychiatrie, nur weil es eine Blockade hat, in die Schule zu gehen. Würde man in Dänemark o.ä. leben, würde es aus dem Grund - nicht in die Schule zu gehen - eine Zwangseinweisung nicht geben. In Deutschland ist alles in Ordnung, solange das Kind zur Schule geht. Egal was im übrigens Leben so los ist... da können Kinder Tag und Nacht TV schauen und im Internet sein, können kiffen, trinken, klauen... egal... solange es zur Schule geht.

    So gab es bei mir auch schon solche Pläne - notgedrungen. Und wer weiß, vielleicht wird es irgendwann auch mal wieder akut.

    Ich wünsche auch jedenfalls alles Gute.

    Viele Grüße Ann

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