Montag, 23. September 2013

Gute Lehrer [gode lærer]

























How to Play. Das ist das Zauberwort. Wenn man das bei Youtube eingibt, ploppen einem tausende von Lehrvideos entgegen. Einige gute, viele stümperhafte und einige wirklich tolle. Pelle lernt gerade mit solchen Videos an unserem Piano ein paar Lieder. Das wirklich wirklich wirklich Gute an diesen Videos: sie werden nie ungeduldig, auch nicht wenn Pelle das zum hundertsten Mal spielt und immer noch den selben Fehler macht. Mit einer großartigen Ruhe und Gelassenheit erklärt die Pianospielerin im Video immer und immer wieder den einen Teil, den Pelle grade übt und macht es noch ein mal vor. Das ist ein sehr großer Vorteil beim Lernen mit diesem Medium. Deshalb liebe ich elektronische Lehrer. Sie werden nicht genervt und sie kritisieren nicht. Nie. Wirklich.
Wie Tanja und Johnny Haeusler in ihrem Artikel in der aktuellen unerzogen schreiben: Kein Spiel sagt: Das war jetzt eher eine Vier minus. So ist es. Ein Video, ein Spiel oder ein Programm kritisiert und bewertet nicht. Sie weisen auf Fehler hin. Aber immer neutral. Und somit sind wir ganz in dem Fahrwasser von Vera F. Birkenbihl. Sie sagte, dass es ganz wichtig ist auf der Eingangsstufe einer Lernphase nicht zu kritisieren.

Wenn ich draussen auf dem Bett unter dem Apfelbaum sitze kann ich aus dem Haus Für Elise hören. Das ist schön. Und obwohl die elektronischen Lehrer nicht kritisieren gibt es hier aufwühlende Lernphasen. An einem Tag als Pelle schon recht weit in dem Stück gekommen war, saß er am Klavier und platzte fast vor Stolz. Er redete die ganze Zeit davon wie unfassbar weit er schon gekommen ist. Und dann funktionierte plötzlich etwas nicht. Er hat es mehrmals versucht und ist dann verzweifelt am Klavier zusammengebrochen. Hat gewütet, geweint und geschimpft. Ich hab dabei gesessen und konnte nichts hilfreiches beitragen. Irgendwann habe ich ihm vorgeschlagen erst einmal eine Pause zu machen und wir haben zusammen ein wenig Theorie zu dem Stück welches er gerade übte angeschaut. Wir haben uns die Wikipediaeinträge zu Beethoven und Mozart durchgelesen, festgestellt, dass Mozart aussah wie der Onkel von Pelles Freund. Wir haben uns Konzertmitschnitte von Beethovenstücken angeschaut und uns Für Elise komplett angehört. Danach hat er entspannt und erholt wieder weiter am Klavier geübt.


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