Ja das war's für heut. Darum ist jetzt Schluß ihr Leut.
Und hat's dir nicht gefallen, dann bohr dir doch ein Loch ins Knie
Sing und schwing das Bein, laß die Sorgen Sorgen sein!
Schalt dich wieder ein zum nächsten Fraggle-Spaß...
Luzie ist ungeimpft. Ich weiß, dass die Impffrage sehr hitzig und emotional besprochen wird. Da halte ich mich gerne raus. Ich möchte hier nur kurz erzählen wie unsere Gedanken und Handlungsschritte dazu sind. Also sie ist bisher ungeimpft. Wegen unserer Lebensumstände wollen wir sie gegen Tetanus impfen lassen. Eigentlich schon letztes Jahr. Wir haben das also im Herbst bei der U-irgendwas mit unserem Kinderarzt besprochen. Allerdings möchte unser Kinderarzt die Kinder nicht ohne Vorwarnung mit einer Impfung überrumpeln. Wir sollen deshalb einen extra Termin für die Impfung machen. Und es hatte letztes Jahr noch Zeit. Im Herbst und Winter gibt es quasi keine Infektionsmöglichkeiten. Lediglich Hundebisse sind da problematisch. Aber wenn Luzie so doll von einem Hund gebissen würde, dass es eine echte Fleischwunde gibt, würden wir eh ins Krankenhaus fahren und dort könnte sie auch direkt die Tetanusimpfung bekommen. Unser Kinderarzt ist leider zwei Stunden von uns entfernt. Bei den letzten beiden Terminen (die U´s von Minimum) dieses Frühjahr war Luzie jedes mal erkältet. Ausserdem kamen der Kinderarzt und ich bei einem Gespräch zu einem Plan. Ich wollte sowieso unser aller Blut untersuchen lassen und den VitaminD-Status testen. Einfach aus Neugier. Alle Welt redet von VitaminD-Mangel und substituiert fröhlich vor sich hin. Ich kann mir vorstellen, dass da etwas dran ist. Deshalb wollte ich wissen wie es um unser VitaminD (welches übrigens in Wirklichkeit gar kein Vitamin sondern ein Hormon ist) steht. Unser Kinderarzt findet das auch interessant. Wies mich aber darauf hin, dass es nach dem Winter einen natürlichen Mangel an VitaminD im Menschen gibt. Deshalb müssen wir auch den Wert nach dem Sommer bestimmen um ein aussagekräftiges Bild zu bekommen.
Da wir also eh Blut abnehmen wollten, wegen dem VitaminD, kamen wir auf die Idee auch gleich den Tetanusstatus von Luzie bestimmen zu lassen. Denn es gibt ja auch Wildimmunisierungen. Also war das nun unser Plan.
Ich habe mich dann noch etwas mehr mit dem Thema der Tetanustiterbestimmung befasst und die Ergebnisse sind leider sehr durchwachsen.
Wenn eine Wildimmunisierung stattgefunden hat gibt es einen Titerwert im Bereich zwei Stellen hinter dem Komma (> 0.01 IU/ml). So ein Titer wäre auch schon ein ausreichender Immunstatus. Leider ist es aber so, dass die Impfungen so riesige Titerwerte erzeugen (eine Stelle hinter dem Komma: > 0.1 IU/ml), dass die Labore gar nicht mehr die Messinstrumente haben um die kleinen Titerwerte zu bestimmen. Die schauen nur wie es eine Stelle hinter dem Komma aussieht und wenn da eine 1 steht ist man ausreichend geschützt und wenn da eine 0 steht muss man neu geimpft werden. Wir sehen: schon allein die Titerbestimmung ist nicht so leicht. Jetzt kommt noch hinzu, dass es gar nicht klar ist ob ein hoher Titer wirklich einen sicheren Schutz widerspiegelt. Es gibt immer wieder Tetanusinfektionen trotz eines hohen Titers. Was heißt das jetzt für uns?
Unser Kinderarzt sagt, er hat Tetanuspatienten im Kindesalter in Indien gesehen. Hier in Deutschland sind es hauptsächlich Waldarbeiter um die 60 Jahre. Die vergessen ihren Impfschutz und gehen mit Wunden die sie sich holen nicht sonderlich pfleglich um.
Unsere Lebensumstände sind extrem freundlich zu Tetanusbakterien. Diese vermehren sich nämlich sehr gerne im Pferdedarm. Also ist Pferdemist ein reines Tetanusparadies. Dieser Pferdemist ist rund um unser Haus auf unserem Hof zu finden. Unsere Pferde werden einzig gegen Tetanus geimpft. Dazu kommen jetzt noch Kinder, die nicht sonderlich zimperlich mit ihren Verletzungen umgehen. Wenn einer eine dicke Fleischwunde hat kommt er rein, wird getröstet und verarztet. So bald der Schreck vorbei ist sitzt das verletzte Kind aber sofort wieder im Matsch und spielt weiter. Deshalb wollen wir eine Tetanusimpfung.
Hier noch eine kleine Anmerkung unseres Kinderarztes: eine Tetanuswunde erkennt man sofort am aufgasen. In der Wunde entsteht ein Gas und die Wunde "schäumt". Und dann ist immer noch genug Zeit ins Krankenhaus zu fahren, wo der Chirurg die Wunde versorgen kann und eine Tetanusimpfung geben kann.
Trotzdem ist es uns lieber diese Impfung prophylaktisch durchführen zu lassen.
Jetzt haben wir grad, was die Tetanussituation angeht einen GAU. Luzie ist noch ungeimpft, und unser Grundstück ist voll mit Hochwasser. In dem Hochwasser schwimmt jetzt unter anderem auch der ganze Pferdemist mit rum. Und Luzie und Pelle rudern den ganzen Tag in ihrem Zinkwannenboot durch dieses Wasser. Seit gestern darf Luzie nicht mehr mit machen. Sie ist auf den Knien im Wohnzimmer gerutscht und ist direkt in einen Dielennagel, der durch die Bewegung der Holzdielen raus schaute, hineingerutscht. Jetzt hat sie eine tiefe gekammerte Fleischwunde am Knie.
Luzies Knie haben wir mit Cistrose behandelt und mit Calendulaessenz gesäubert und die Holzdielennägel haben Pflaster bekommen.
Glücklicherweise ist es heute recht kühl, so dass Pelle und Luzie sehr zufrieden damit sind, im Haus zu spielen.
Und ich bin immer noch nicht wirklich überzeugt davon, dass wir Luzie gegen Tetanus impfen lassen sollten. Denn unser Kinderarzt ist zwar auch für diese Impfung, seine Informationen sprechen aber nicht unbedingt für die absolute Notwendigkeit, was er auch selber sagt. Aber ich denke es ist sinnvoll, einfach weil Luzie immer eigenständiger wird und es nicht gegeben ist, dass Elvis oder ich wirklich noch alle Wunden zuverlässig behandeln und begutachten werden.
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Samstag, 15. Juni 2013
Montag, 15. April 2013
Veilchenwurzel [violrod]
Die Veilchenwurzel ist gar keine Veilchenwurzel. Sie heißt nur so, weil sie nach Veilchen schmeckt. In Wirklichkeit ist es ein Wurzelteil der Schwertlilie.
Minimum hat eine Veilchenwurzel, um darauf rum zu kauen. Beim Kauen werden die ätherischen Öle gelöst und wirken beruhigend und tröstend. Und in der Wurzel sind Schleimstoffe, die sich beim Kauen im Mund ausbreiten und kühlen. Das hilft bei Zahnungsbeschwerden. Das was den kleinen Menschen so weh tut ist meist nicht der Moment in dem der Zahn aus dem Zahnfleisch raus kommt. Wenn der Zahn sich im Kieferknochen vorwärts schiebt drückt es ganz furchtbar. Und dann gibt es die schlaflose Nächte und Gezappel beim Stillen. War doch das Stillen für das Kind bisher immer etwas gemütliches beruhigendes, merkt das Kind jetzt in dem Moment den Druck im Kiefer besonders. Pelle, Luzie und auch jetzt Minimum fanden und finden dann die weiche Brust anscheinend ganz doof. Dann ist etwas hartes auf dem man rum kauen kann angenehmer. Beim Stillen wird dann ständig abgedockt und sich durchgestreckt und geschimpft und wieder angedockt und wieder abgedockt.
Bei Minimum können wir seit gestern die Stelle sehen wo der erste Zahn durchkommt. Dort ist das Zahnfleisch blau-grau und in der Mitte schimmert die Spitze eines Zahnes. Bisher ist sie ganz gut drauf. Aber richtig anstrengend wird es ja auch meist erst bei den Backenzähnen. Mit Luzie hab ich vor fünf Jahren Stunden auf dem Hüpfball verbracht. So lange sie wach war, war alles in Ordnung. Aber wenn sie müde war und schlafen wollte hat sie der Druck im Kiefer so gequält, dass sie untröstlich wurde. Wenn ich mit ihr im Tragetuch auf dem Hüpfball ganz energisch rumgehopst bin konnte sie einschlafen. Aber so bald ich wieder etwas seichter in der Bewegung wurde, wurde sie wach und weinte wieder. Das ging pro Backenzahn ca. drei Nächte lang. Tagsüber sah ich aus wie ein Zombie und sie war quitschfidel.
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