Zwei Empfehlungen. Marvin Magnificent und Jacko Wusch. Zwei echtgroßartige Youtuber.
Hier ist Marvin mit Oskar, der auch ein Youtuber ist.
Hier ist Marvin mit seinen Einkäufen.
Hier ist Jacko.
Hier sind
Marvin und Jacko zusammen zu sehen.
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Sonntag, 6. März 2016
Mittwoch, 13. Januar 2016
Wir fangen einfach schon mal an [vi skal bare begynde at snakke med]
Huch ein Zeitsprung. Ich hatte den Beitrag hier getippt und gar nicht veröffentlicht.
Jetzt aber:
Elvis hat mir grad den alten Beitrag von Richard David Precht im ZDF geschickt (er betüddelt unten die kleinen Leute (kocht Weihnachtsprorridge aus Haferflocken, Äpfeln, Hafermilch und Zimt) und ich liege oben im Bett und arbeite (und bekomme meinen Espresso mit Kardamom und heißer Hafermilch (auch mit Zimt) geliefert). Elvis meinte, dass er in den letzten Wochen einige Gespräche hatte in denen er mit eigenen etwas ungelenken Worten versucht hat das zu sagen, was Herr Precht in dem Fernsehbeitrag sagt.
Bei Minute 36 fängt es an.
Wenn es noch keine Schule gäbe und sich heute schlaue Menschen zusammesetzen würden, um etwas für die 6 bis 18 Jährigen zu entwickeln wo sie lernen können, sich entwickeln können und ein artgerechtes Leben führen können – käme dabei etwas heraus, das überhaupt nichts mit unseren heutigen Schulen gemein hätte.
Unsere heutigen Schulen sind dafür ausgelegt friedliche Facharbeiter mit preußischen Tugenden hervor zu bringen.
ABER die Kinder heute werden Berufe ergreifen von denen 60% noch nicht mal erfunden sind.
Wir fangen einfach schon mal an.
1. Eigenen Rythmus ernst nehmen. Pelle, Luzie und Minimum dürfen frei entscheiden wann und wie sie sich bilden.
2. Interessen ernst nehmen. Wir hören den Dreien zu und versuchen echte Interessen mit wertvollen Inhalten zu versorgen. Wir halten Augen und Ohren offen und weisen unsere Kinder auf spannende Bereiche, Themen, Veranstaltungen hin.
Wir denken, dass es ganz großartig ist zu wissen was es gibt.
Das ist wie mit einem Buffet. Bei der ersten Runde sollte man einen wirklich großen Teller nehmen und von allem eine kleine Portion mitnehmen. Dann probiert man das durch und bei der zweiten Runde nimmt man eben die Sachen die einem schmecken. Und das tolle: beim nächsten Mal können wir von neuem testen und entscheiden.
Hier eine kleine Anmerkung: Lernen von Vorbildern ist ein wirklich mächtiger Faktor. Wenn also Mama mit ihrem Teller vor geht und nur drei Sachen drauf tut und ständig kommentiert "Uärgs, das da sieht eklig aus das mag ich nicht" wird auch der kleinere Mensch der ihr folgt ähnlich agieren. Also liebe Eltern: zeigt Euren Kindern wie es aussieht mit offenem Herzen und entdeckerfreude neues auszuprobieren!
Genauso versuchen wir das mit den Interessen umzusetzen. Deshalb sind auch absehbar kurzweilige Wünsche immer eine gern gesehene Möglichkeit. Einer hat eine Idee, wir schauen, ob wir eine Möglichkeit haben das auszuprobieren, alle kommen mit und wirerleben DInge die wir allein vielleicht gar nicht ausprobiert hätten.
3. Bedürfnisse Ernst nehmen.
Wir nehmen unsere Kinder ernst und wir wollen ernst genommen werden. Es ist immer ein bisschen lustig wenn Menschen mutmaßen, dass unsere Kinder ein Leben ohne Regeln und Verpflichtungen haben und in einer Zuckerwattewolke aufwachsen. Das ist natürlich ganz großer Quatsch.
Eine Familie in der alle Mitglieder gesehen werden (wollen) und ernst genommen werden wollen, hat von sich aus ja ganz viele Verbindlichkeiten.
Bei fünf Leuten gibt es viel Reibungsfläche und eine Menge Leitplanken.
Die einzige Regel die wir haben ist: respektvoller Umgang. Bitte!
Respekt für die Wünsche und Bedürfnisse meines Gegenübers. Wenn der eine laut Musik hören will und der andere in Ruhe lesen, muss ein Weg gefunden werden der für jeden okay ist. Wenn der eine jetzt mal drei Tage ausschlafen möchte ohne morgens als Trampolin genutzt zu werden machen wir das möglich. Das heißt, dass an diesen drei Tagen an der Tür zum Schlafzimmer eben eine Grenze ist. Das führt manchmal zu Unmut. Wir alle fünf müssen jeden Tag aufs neue Wege finden mit den Bedürfnissen aller umzugehen und auch damit umgehen, dass die eigenen Wünsche vielleicht grad nicht das wichtigste sind.
Das zerreißt einen manchmal richtig. Vor allem im Leben mit drei Kindern. Die äußern ihre Wünsche lautstark und je nach Alter fällt es ihnen schwer diese aufzuschieben. Wenn Luzie gerne im Dezember mit ihrem Pony einen langen Ausritt machen möchte, das aber nicht möglich ist weil Minimum draussen sehr schnell kalt wird. Dann geht das leider grad nicht.
Mit Hürden kreativ umgehen, Ideen entwickeln wie man alle Bedürfnisse unter einen Hut bekommt, das ist eine wirklich wichtige Fertigkeit. Es ist also an den Eltern dann auch offen für Lösungen zu sein und nicht zu vermitteln: "Ich hab Nein gesagt und an dieser von mir aufgestellten Hürde bleibst du jetzt bitte kampflos stehen und gibst auf!".
Luzie kommt also dann zu mir und schlägt vor die Nachbarin zu fragen, ob Minimum für eine Stunde zu ihr kann. Ich sage, dass ich da grad aber nicht fragen mag. Also sagt Luzie sie geht hin und fragt. Das ist okay für mich und ich sage Ja.
So übernimmt Luzie vor allem auch Verantwortung für ihre eigenen Bedürfnisse. Sie übt herauszufinden wie wichtig ihr etwas ist. Was ist sie bereit für die Umsetzung ihres Wunsches zu tun?
Jetzt aber:
Elvis hat mir grad den alten Beitrag von Richard David Precht im ZDF geschickt (er betüddelt unten die kleinen Leute (kocht Weihnachtsprorridge aus Haferflocken, Äpfeln, Hafermilch und Zimt) und ich liege oben im Bett und arbeite (und bekomme meinen Espresso mit Kardamom und heißer Hafermilch (auch mit Zimt) geliefert). Elvis meinte, dass er in den letzten Wochen einige Gespräche hatte in denen er mit eigenen etwas ungelenken Worten versucht hat das zu sagen, was Herr Precht in dem Fernsehbeitrag sagt.
Bei Minute 36 fängt es an.
Wenn es noch keine Schule gäbe und sich heute schlaue Menschen zusammesetzen würden, um etwas für die 6 bis 18 Jährigen zu entwickeln wo sie lernen können, sich entwickeln können und ein artgerechtes Leben führen können – käme dabei etwas heraus, das überhaupt nichts mit unseren heutigen Schulen gemein hätte.
Unsere heutigen Schulen sind dafür ausgelegt friedliche Facharbeiter mit preußischen Tugenden hervor zu bringen.
ABER die Kinder heute werden Berufe ergreifen von denen 60% noch nicht mal erfunden sind.
Wir fangen einfach schon mal an.
1. Eigenen Rythmus ernst nehmen. Pelle, Luzie und Minimum dürfen frei entscheiden wann und wie sie sich bilden.
2. Interessen ernst nehmen. Wir hören den Dreien zu und versuchen echte Interessen mit wertvollen Inhalten zu versorgen. Wir halten Augen und Ohren offen und weisen unsere Kinder auf spannende Bereiche, Themen, Veranstaltungen hin.
Wir denken, dass es ganz großartig ist zu wissen was es gibt.
Das ist wie mit einem Buffet. Bei der ersten Runde sollte man einen wirklich großen Teller nehmen und von allem eine kleine Portion mitnehmen. Dann probiert man das durch und bei der zweiten Runde nimmt man eben die Sachen die einem schmecken. Und das tolle: beim nächsten Mal können wir von neuem testen und entscheiden.
Hier eine kleine Anmerkung: Lernen von Vorbildern ist ein wirklich mächtiger Faktor. Wenn also Mama mit ihrem Teller vor geht und nur drei Sachen drauf tut und ständig kommentiert "Uärgs, das da sieht eklig aus das mag ich nicht" wird auch der kleinere Mensch der ihr folgt ähnlich agieren. Also liebe Eltern: zeigt Euren Kindern wie es aussieht mit offenem Herzen und entdeckerfreude neues auszuprobieren!
Genauso versuchen wir das mit den Interessen umzusetzen. Deshalb sind auch absehbar kurzweilige Wünsche immer eine gern gesehene Möglichkeit. Einer hat eine Idee, wir schauen, ob wir eine Möglichkeit haben das auszuprobieren, alle kommen mit und wirerleben DInge die wir allein vielleicht gar nicht ausprobiert hätten.
3. Bedürfnisse Ernst nehmen.
Wir nehmen unsere Kinder ernst und wir wollen ernst genommen werden. Es ist immer ein bisschen lustig wenn Menschen mutmaßen, dass unsere Kinder ein Leben ohne Regeln und Verpflichtungen haben und in einer Zuckerwattewolke aufwachsen. Das ist natürlich ganz großer Quatsch.
Eine Familie in der alle Mitglieder gesehen werden (wollen) und ernst genommen werden wollen, hat von sich aus ja ganz viele Verbindlichkeiten.
Bei fünf Leuten gibt es viel Reibungsfläche und eine Menge Leitplanken.
Die einzige Regel die wir haben ist: respektvoller Umgang. Bitte!
Respekt für die Wünsche und Bedürfnisse meines Gegenübers. Wenn der eine laut Musik hören will und der andere in Ruhe lesen, muss ein Weg gefunden werden der für jeden okay ist. Wenn der eine jetzt mal drei Tage ausschlafen möchte ohne morgens als Trampolin genutzt zu werden machen wir das möglich. Das heißt, dass an diesen drei Tagen an der Tür zum Schlafzimmer eben eine Grenze ist. Das führt manchmal zu Unmut. Wir alle fünf müssen jeden Tag aufs neue Wege finden mit den Bedürfnissen aller umzugehen und auch damit umgehen, dass die eigenen Wünsche vielleicht grad nicht das wichtigste sind.
Das zerreißt einen manchmal richtig. Vor allem im Leben mit drei Kindern. Die äußern ihre Wünsche lautstark und je nach Alter fällt es ihnen schwer diese aufzuschieben. Wenn Luzie gerne im Dezember mit ihrem Pony einen langen Ausritt machen möchte, das aber nicht möglich ist weil Minimum draussen sehr schnell kalt wird. Dann geht das leider grad nicht.
Mit Hürden kreativ umgehen, Ideen entwickeln wie man alle Bedürfnisse unter einen Hut bekommt, das ist eine wirklich wichtige Fertigkeit. Es ist also an den Eltern dann auch offen für Lösungen zu sein und nicht zu vermitteln: "Ich hab Nein gesagt und an dieser von mir aufgestellten Hürde bleibst du jetzt bitte kampflos stehen und gibst auf!".
Luzie kommt also dann zu mir und schlägt vor die Nachbarin zu fragen, ob Minimum für eine Stunde zu ihr kann. Ich sage, dass ich da grad aber nicht fragen mag. Also sagt Luzie sie geht hin und fragt. Das ist okay für mich und ich sage Ja.
So übernimmt Luzie vor allem auch Verantwortung für ihre eigenen Bedürfnisse. Sie übt herauszufinden wie wichtig ihr etwas ist. Was ist sie bereit für die Umsetzung ihres Wunsches zu tun?
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| Das Bild ist schon etwas älter. |
Dienstag, 12. Januar 2016
Buchfund [book fund]
Ha! Da gehe ich einmal in einen Buchladen und finde das:
Die beiden wichtigsten Bücher des letzten Jahres nebeneinander als Aushängeschild der Erziehungsratgeberecke. Das Buch daneben musste ich dann kaufen, weil es grade perfekt zu unserer Thematik passt.
Luzie kann nur ganz schlecht abschalten. Sie ist quasi auf Dauerbetrieb. Die Neurofeedbacktherapie im letzten Jahr hat nicht so wirklich viel dran geändert. Ihre Werte waren erstaunlich. Und weil sie ihre Hirnwellen einfach nicht runterreguliert bekommt, fällt ihr auch das Einschlafen unendlich schwer. Was bei ihr aber ganz gut wirkt sind Fantasiereisen zum Einschlafen. Wir haben jetzt ein paar bei Amazon Musik gefunden und getestet.
Und jetzt kurz vor der Busreise, wo wir wohl eher nicht so viel Strom haben werden, dass wir immer noch fertig gesprochene Fantasiereisen hören können, kommt dieses Buch daher. Das ist eine Vorlesefantasiereiseeinschlafgeschichte. Perfekt. Und der Protagonist heißt Konrad Kaninchen.
Links zu den drei Büchern:
Julia Dibbern: Verwöhn dein Baby nach Herzenslust: 9 Verwöhn-Bausteine für den Start ins Leben
Nicola Schmidt: artgerecht - Das andere Baby-Buch: Natürliche Bedürfnisse stillen. Gesunde Entwicklung fördern. Naturnah erziehen
Das kleine Kaninchen, das so gerne einschlafen möchte: Die ideale Einschlafhilfe für Ihr Kind
Die beiden wichtigsten Bücher des letzten Jahres nebeneinander als Aushängeschild der Erziehungsratgeberecke. Das Buch daneben musste ich dann kaufen, weil es grade perfekt zu unserer Thematik passt.
Luzie kann nur ganz schlecht abschalten. Sie ist quasi auf Dauerbetrieb. Die Neurofeedbacktherapie im letzten Jahr hat nicht so wirklich viel dran geändert. Ihre Werte waren erstaunlich. Und weil sie ihre Hirnwellen einfach nicht runterreguliert bekommt, fällt ihr auch das Einschlafen unendlich schwer. Was bei ihr aber ganz gut wirkt sind Fantasiereisen zum Einschlafen. Wir haben jetzt ein paar bei Amazon Musik gefunden und getestet.
Und jetzt kurz vor der Busreise, wo wir wohl eher nicht so viel Strom haben werden, dass wir immer noch fertig gesprochene Fantasiereisen hören können, kommt dieses Buch daher. Das ist eine Vorlesefantasiereiseeinschlafgeschichte. Perfekt. Und der Protagonist heißt Konrad Kaninchen.
Links zu den drei Büchern:
Julia Dibbern: Verwöhn dein Baby nach Herzenslust: 9 Verwöhn-Bausteine für den Start ins Leben
Nicola Schmidt: artgerecht - Das andere Baby-Buch: Natürliche Bedürfnisse stillen. Gesunde Entwicklung fördern. Naturnah erziehen
Das kleine Kaninchen, das so gerne einschlafen möchte: Die ideale Einschlafhilfe für Ihr Kind
Samstag, 9. Januar 2016
Zwischen den Welten [mellem verdener]
Der dreizehnjährige liegt schluchzend in meinen Armen, weil die allerletzte Staffel von The Glades mit einem Cliffhanger endet.
Unerwartet wurde die Serie nach der vierten Staffel abgesetzt, deshalb gibt es keine letzte Folge mit einem vernünftigem Ende.
Jim liegt also blutend am Boden, während seine Freundin auf ihn wartet, weil sie ihn heiraten will. Das ist gemein.
Also gibt es viele zornige und sehr traurige Krokodilstränen.
Dazu – wie schon immer – zwei unterschiedliche Socken an den Füßen.
Die Füße allerdings haben mittlerweile Größe 44. Größer als die Füße vom Papa.
Unglaublich bezauberndes Leben eines dreizehnjährigen.
Unerwartet wurde die Serie nach der vierten Staffel abgesetzt, deshalb gibt es keine letzte Folge mit einem vernünftigem Ende.
Jim liegt also blutend am Boden, während seine Freundin auf ihn wartet, weil sie ihn heiraten will. Das ist gemein.
Also gibt es viele zornige und sehr traurige Krokodilstränen.
Dazu – wie schon immer – zwei unterschiedliche Socken an den Füßen.
Die Füße allerdings haben mittlerweile Größe 44. Größer als die Füße vom Papa.
Unglaublich bezauberndes Leben eines dreizehnjährigen.
Freitag, 25. Dezember 2015
Wortgewalt [ord kraft]
Es gibt Menschen, die meinen Sprüche seien nur Sprüche. Die benutzen Worte und Aussagen weils grad in der Situation witzig ist. Oder cool.
In Wirklichkeit denken sie ja ganz anders. Aufgeklärt. Emanzipiert. Weltoffen. Respektvoll. Sprüche sind nur Sprüche. Aber Worte, vor allem diejenigen die schon so tief in unserem Wortschatz sitzen, dass sie gar nicht mehr auffallen, haben Macht.
Dazu gibts grad ein Video im Internet:
In Wirklichkeit denken sie ja ganz anders. Aufgeklärt. Emanzipiert. Weltoffen. Respektvoll. Sprüche sind nur Sprüche. Aber Worte, vor allem diejenigen die schon so tief in unserem Wortschatz sitzen, dass sie gar nicht mehr auffallen, haben Macht.
Dazu gibts grad ein Video im Internet:
Donnerstag, 24. Dezember 2015
Fahrrad [cykel]
Etwas zum nachdenken. Wir sehen die Welt auf unsere Art. Jeder für sich auf eine ganz individuelle Art. Wir haben Wissen und einen Standpunkt. Wir erkennen Muster und Wahrheiten.
Das ist schön. Aber es gibt ein Problem. Wir sind mit unserer Wahrheit allein. Kein anderer Mensch sieht die Welt genau so wie wir (also Du).
Es gibt einige wirklich tolle Übungen, um sich selber klar zu machen, dass unser Standpunkt eben nur einer von vielen ist. Das der Mensch neben mir eine ganz andere Wahrheit haben kann, die genau so wahr ist wie meine. Bei Familylab haben wir solche Übungen gelernt. Die gehen aber nur im direkten Kontakt und in der Gruppe, deshalb kann ich die hier schlecht mit Euch machen.
Jetzt hab ich grad ein spannendes Video entdeckt, in dem ein Typ seine eigenen fest gefahrenen Hirnstrukturen (Wahrheiten) versucht zu lockern bzw. umzuarbeiten.
Da ich ungefähr die Hälfte meiner Zeit auf dem Fahrrad verbringe konnte ich körperlich mitfühlen was ihm da passiert.
Das ist schön. Aber es gibt ein Problem. Wir sind mit unserer Wahrheit allein. Kein anderer Mensch sieht die Welt genau so wie wir (also Du).
Es gibt einige wirklich tolle Übungen, um sich selber klar zu machen, dass unser Standpunkt eben nur einer von vielen ist. Das der Mensch neben mir eine ganz andere Wahrheit haben kann, die genau so wahr ist wie meine. Bei Familylab haben wir solche Übungen gelernt. Die gehen aber nur im direkten Kontakt und in der Gruppe, deshalb kann ich die hier schlecht mit Euch machen.
Jetzt hab ich grad ein spannendes Video entdeckt, in dem ein Typ seine eigenen fest gefahrenen Hirnstrukturen (Wahrheiten) versucht zu lockern bzw. umzuarbeiten.
Da ich ungefähr die Hälfte meiner Zeit auf dem Fahrrad verbringe konnte ich körperlich mitfühlen was ihm da passiert.
Samstag, 19. Dezember 2015
Schreiben & Lesen lernen [lære at læse og skrive]
Das hier ist für alle Eltern die ein wenig nervös sind, weil das Kind sich mit dem Schreiben und Lesen lernen Zeit lässt.
Pelle hat das von selbst angefangen. Elvis hat ihm Fuxia die Minihexe vorgelesen und als er es zum zweiten Mal vorlesen wollte, konnte Pelle alle Kapitel auswendig mitsprechen.
Dadurch wusste er was da steht und die beiden haben dann zwischendurch immer die Buchstaben und Wörter verglichen. Das war der Start.
Dann haben wir ganz viel Großbuchstaben geschrieben. Pelle hat das wie viele Kinder gemacht: er kam mit Aufträgen für Schreibarbeiten für uns an.
Wochenlang musste ich immer irgendwelche Wörter auf Zettel schreiben.
Er hat sie abgeschrieben und umgeschrieben.
Nach vielen Wochen des Schreibens fing er an zu lesen. Wir haben zwei oder drei Bücher gefunden die in Großbuchstaben geschrieben waren. Die hat er dann mit Elvis gelesen. Und dann hat er einfach Bücher mit Kleinbuchstaben gelesen. Er konnte nicht erklären warum er auch die kleinen Buchstaben kennt.
Dann kam die Phase mit dem Magischen Baumhaus. Mit denen hat er das Lesen geübt und wurde immer schneller (da war er ungefähr zehn).
Nachdem er uns fast arm gelesen hat mit diesen Büchern ist er irgendwann glücklicherweise auf dicke Bücher mit vielen kleinen Buchstaben umgestiegen.
Pelle liest sehr viel. Er versinkt in den Büchern.
Schreiben war bis zum Schulstart vor acht Monaten nicht so seins.
Er besucht eine Waldorfschule und da wird ja sehr viel geschrieben und er bekommt das echt gut hin. Im Unterricht werden den Kindern Texte diktiert, die sie mitschreiben und dann am Nachmittag noch mal in besserer Schrift ins Epochenheft übertragen. Alles in Schreibschrift.
Jetzt fängt das bei Luzie an. Eigentlich. Sie will zwar gerne Schreiben und Lesen lernen, allerdings nur weil die Anderen in ihrem alter (in der Schule) das tun und sie damit unter Druck setzen. Es fehlt das Interesse an den Buchstaben selbst.
Wir haben das ein wenig forciert aber jetzt rudere ich grad ganz weit zurück.
Ein Freund erwähnte letzten Sommer, bei einem Gespräch über die Rudolf-Steiner-Pädagogik, dass Rudolf Steiner die intellektuellen Fertigkeiten wie Lesen und Schreiben erst ab 11 Jahren ins Kind lassen wollte. Dass auch an Waldorfschulen schon in der Grundschule das Lesen und Schreiben unterrichtet wird ist quasi ein Zugeständnis an die Schulbehörde. Auf den Elternabenden von Luzies Klasse im letzten Jahr hat der Klassenlehrer viel über die Entwicklung der Kinder referiert und das mit den intellektuellen Fertigkeiten auch erwähnt. Heute habe ich es dann mal endlich nachgeschlagen und auch einen Text dazu gefunden: Erziehungskunst Wenn Kinder spaeter lesen lernen.
Ich mag viele Dinge aus der Waldorfpädagogik sehr, andere dafür gar nicht. Das wa da in dem text steht finde ich hilfreich und inspirierend. Ich werde jetzt auf der Reise, wenn Luzie es wünscht ganz viel zu den Formen der Buchstaben machen. Sie hat ja im letzten Jahr schon einiges dazu in der Schule gehabt. Ich finde das was da in dem text steht so sinnig. Dass die Kinder über die Formenentwicklung eher dazu angeleitet werden Kulturtechniken selber zu entwickeln.
Es gab so eine Aussage... von Gerald Hüther vielleicht? Da ging es darum, dass man die Kinder nicht in Kulturtechniken unterrichten soll, sondern ihnen die Fertigkeiten beibringen soll, die es ihnen ermöglichen selber Kulturtechniken zu entwickeln.
So versteh ich auch den Steineransatz.
Und das nehme ich mir zu Herzen und bastel mir ein Motto für die Reise draus. Luzie hat ja auch echt noch Zeit. Sie ist jetzt acht.
Die Ruhe zu bewahren fällt uns Freilernereltern vielleicht manchmal schwer, weil um einen herum ja viele sehr genau aufs Kind schauen und auch ständig alles kommentiert wird.
Ein Schreiblernbuch mit dem die Kinder komplett selbstständig arbeiten können ist übrigens: Rolf Robischon Ich kann schreiben und lesen.
Pelle hat das von selbst angefangen. Elvis hat ihm Fuxia die Minihexe vorgelesen und als er es zum zweiten Mal vorlesen wollte, konnte Pelle alle Kapitel auswendig mitsprechen.
Dadurch wusste er was da steht und die beiden haben dann zwischendurch immer die Buchstaben und Wörter verglichen. Das war der Start.
Dann haben wir ganz viel Großbuchstaben geschrieben. Pelle hat das wie viele Kinder gemacht: er kam mit Aufträgen für Schreibarbeiten für uns an.
Wochenlang musste ich immer irgendwelche Wörter auf Zettel schreiben.
Er hat sie abgeschrieben und umgeschrieben.
Nach vielen Wochen des Schreibens fing er an zu lesen. Wir haben zwei oder drei Bücher gefunden die in Großbuchstaben geschrieben waren. Die hat er dann mit Elvis gelesen. Und dann hat er einfach Bücher mit Kleinbuchstaben gelesen. Er konnte nicht erklären warum er auch die kleinen Buchstaben kennt.
Dann kam die Phase mit dem Magischen Baumhaus. Mit denen hat er das Lesen geübt und wurde immer schneller (da war er ungefähr zehn).
Nachdem er uns fast arm gelesen hat mit diesen Büchern ist er irgendwann glücklicherweise auf dicke Bücher mit vielen kleinen Buchstaben umgestiegen.
Pelle liest sehr viel. Er versinkt in den Büchern.
Schreiben war bis zum Schulstart vor acht Monaten nicht so seins.
Er besucht eine Waldorfschule und da wird ja sehr viel geschrieben und er bekommt das echt gut hin. Im Unterricht werden den Kindern Texte diktiert, die sie mitschreiben und dann am Nachmittag noch mal in besserer Schrift ins Epochenheft übertragen. Alles in Schreibschrift.
Jetzt fängt das bei Luzie an. Eigentlich. Sie will zwar gerne Schreiben und Lesen lernen, allerdings nur weil die Anderen in ihrem alter (in der Schule) das tun und sie damit unter Druck setzen. Es fehlt das Interesse an den Buchstaben selbst.
Wir haben das ein wenig forciert aber jetzt rudere ich grad ganz weit zurück.
Ein Freund erwähnte letzten Sommer, bei einem Gespräch über die Rudolf-Steiner-Pädagogik, dass Rudolf Steiner die intellektuellen Fertigkeiten wie Lesen und Schreiben erst ab 11 Jahren ins Kind lassen wollte. Dass auch an Waldorfschulen schon in der Grundschule das Lesen und Schreiben unterrichtet wird ist quasi ein Zugeständnis an die Schulbehörde. Auf den Elternabenden von Luzies Klasse im letzten Jahr hat der Klassenlehrer viel über die Entwicklung der Kinder referiert und das mit den intellektuellen Fertigkeiten auch erwähnt. Heute habe ich es dann mal endlich nachgeschlagen und auch einen Text dazu gefunden: Erziehungskunst Wenn Kinder spaeter lesen lernen.
Ich mag viele Dinge aus der Waldorfpädagogik sehr, andere dafür gar nicht. Das wa da in dem text steht finde ich hilfreich und inspirierend. Ich werde jetzt auf der Reise, wenn Luzie es wünscht ganz viel zu den Formen der Buchstaben machen. Sie hat ja im letzten Jahr schon einiges dazu in der Schule gehabt. Ich finde das was da in dem text steht so sinnig. Dass die Kinder über die Formenentwicklung eher dazu angeleitet werden Kulturtechniken selber zu entwickeln.
Es gab so eine Aussage... von Gerald Hüther vielleicht? Da ging es darum, dass man die Kinder nicht in Kulturtechniken unterrichten soll, sondern ihnen die Fertigkeiten beibringen soll, die es ihnen ermöglichen selber Kulturtechniken zu entwickeln.
So versteh ich auch den Steineransatz.
Und das nehme ich mir zu Herzen und bastel mir ein Motto für die Reise draus. Luzie hat ja auch echt noch Zeit. Sie ist jetzt acht.
Die Ruhe zu bewahren fällt uns Freilernereltern vielleicht manchmal schwer, weil um einen herum ja viele sehr genau aufs Kind schauen und auch ständig alles kommentiert wird.
Ein Schreiblernbuch mit dem die Kinder komplett selbstständig arbeiten können ist übrigens: Rolf Robischon Ich kann schreiben und lesen.
Mittwoch, 5. August 2015
Kinder im Netz III [børn på nettet III]
"Wir fordern Respekt vor digitaler Kultur."
Das sagten Tanja und Johnny Haeusler auf der diesjährigen re:publica in ihrem Vortrag, in dem sie die tincon vorstellten.
Ich habe Euch im letzten Kinder im Netz Post ein Video von klicksafe gezeigt. Das Video finde ich immer noch – auch nach zehn Jahren – großartig. Andere Beiträge des Vereins finde ich problematisch. Da gibt es Aussagen die, zumindest für unsere aufgeklärten, gut versorgten Bildungsbürgertumkinder einfach Quatsch sind.
Zum Beispiel die Anspielungen darauf, dass wer im Netz lebt, in der realen Welt aufhört zu existieren, oder anderweitig Probleme hat. Das mag für allein gelassene, tageintagaus Chips-vor-dem-Rechner-essende Halbwüchsige stimmen. Und ich verstehe auch die Botschaft des Vereins.
Aber es gibt auch die anderen.
Und es tut Eltern (und deren Kindern) einfach gut sich die Beiträge von Tanja und Johnny anzuschauen oder ihr Buch Netzgemüse (Amazonlink) zu lesen.
Für 2016 haben die Haeuslers also die tincon organisiert. Das ist eine Konferenz für Jugendliche Netzmenschen. Wir werden versuchen Pelle nach Berlin zu fahren nächstes Jahr. Vielleicht gibts ja dann eine Elternbetreuung bei der Konferenz, wo es doch mit der Kinderbetreuung bei der re:publica auch schon fast geklappt hat...
Montag, 27. Juli 2015
Kinder im Netz II [børn på nettet II]
Damals... als Pelle noch winzig war und ich Medienpsychologie studierte, war für mich klar: es wird nur einen internetfähigen Rechner in der Familienküche geben. Eigenen Internetzugang gibts erst mit 16 Jahren. Ein Kind unbegleitet ins Internet zu lassen ist als würde man die auf die Reeperbahn zum Spielen lassen.
Sehr schön dazu auch dieses Filmchen von Klicksafe:
Der Film ist mittlerweile 10 Jahre alt. Und immer noch finde ich, dass er genau das beschreibt was ich Eltern mitgeben möchte.
Und ich stehe auch immer noch zu 100% zu meiner damaligen Aussage.
Tja... das Problem ist nur, Pelle hat seit seinem 11. Geburtstag bereits ein iPhone. Aber wer konnte denn auch 2005 ahnen, wie die Welt heute aussieht. Dass Preteens das Internet in der Hosentasche mit sich rum tragen, war vor zehn Jahren für mich undenkbar.
Ich glaube das allerwichtigste ist nach wie vor für die Kinder da zu sein. Ihnen immer zur Verfügung zu stehen, wenn sie etwas besprechen wollen. Am Ball zu bleiben. Nicht aufdringlich bitte. Aber verlässlich.
Wir können nicht jeden Schritt von Pelle im Internet begleiten. Das ist heute unmöglich. Um so wichtiger ist es informiert zu sein und reagieren zu können wenn etwas merkwürdig ist.
Vorletzten Monat durften wir dann eine Mobiltelefonrechnung von 60 Euro und eine eben so hohe Festnetztelefonrechnung bezahlen, weil Pelle das mit den Flatrates missverstanden hatte. Lehrgeld.
Sehr schön dazu auch dieses Filmchen von Klicksafe:
Der Film ist mittlerweile 10 Jahre alt. Und immer noch finde ich, dass er genau das beschreibt was ich Eltern mitgeben möchte.
Und ich stehe auch immer noch zu 100% zu meiner damaligen Aussage.
Tja... das Problem ist nur, Pelle hat seit seinem 11. Geburtstag bereits ein iPhone. Aber wer konnte denn auch 2005 ahnen, wie die Welt heute aussieht. Dass Preteens das Internet in der Hosentasche mit sich rum tragen, war vor zehn Jahren für mich undenkbar.
Ich glaube das allerwichtigste ist nach wie vor für die Kinder da zu sein. Ihnen immer zur Verfügung zu stehen, wenn sie etwas besprechen wollen. Am Ball zu bleiben. Nicht aufdringlich bitte. Aber verlässlich.
Wir können nicht jeden Schritt von Pelle im Internet begleiten. Das ist heute unmöglich. Um so wichtiger ist es informiert zu sein und reagieren zu können wenn etwas merkwürdig ist.
Vorletzten Monat durften wir dann eine Mobiltelefonrechnung von 60 Euro und eine eben so hohe Festnetztelefonrechnung bezahlen, weil Pelle das mit den Flatrates missverstanden hatte. Lehrgeld.
Freitag, 17. Juli 2015
LeFloid [lefloid]
Kennt Ihr LeFloid?
Der kommentiert aktuelles Geschehen in seinem Youtubekanal, fordert seine Zuschauer immer zum Dialog auf und stellt sich diesem dann auch zuverlässig.
Hier ein Beispiel (das ist erst was für Teens oder Preteens, da er durchaus auch schwierige Themen anspricht):
Ich mag den. Auch wenn er an manchen Punkten eine andere Meinung hat als ich. Ich werde Pelle das empfehlen. Unsere Kinder sollen ja auch nicht nur unsere Meinung wiederkäuen - das wäre ja schrecklich. Und bei LeFloid bekommt der Zuschauer, mal eben einige Themen kurz und knapp serviert. Danach gibts bestimmt spannende Gespräche am Familientisch.
Schaut Euch ruhig noch ein paar seiner Videos an.
Und dann, dieses hier. Das ist von der republica letztes Jahr:
Lustig, oder? Der heißt in echt Florian Mundt und ist angehender Psychologe. Und durchaus schlau und kann auch ganz normal reden.
Warum ist es wertvoll für (ältere) Kinder ihm zu zuhören? Das beantworteten Johnny und Tanja Haeusler in ihrem Vortrag über die TINCON auf der diesjährigen republica. Es ist IMMER wichtig Informationen aus erster Hand zu bekommen. Deshalb sind Youtuber, die von ihren eigenen Erfahrungen im Internet oder mit Computerspielen berichten, viel authentischer als irgendwelche Lehrer, die mal eine einwöchige Fortbildung zum Thema Medienkompetenz absolviert haben.
Ich habe vorletztes Jahr einen Vortrag von Jemandem gehört, der kürzlich in der Gegend um Tschernobyl war. Er hat eine Menge Fotos gezeigt und Geschichten erzählt. Das war gruselig. Das hat mir Gänsehaut gemacht. Und war viel eindrücklicher und damit wertvoller als alle Projektwochen zusammen die ich je in der Gesamtschule erlebt habe.
Informationen aus erster Hand eben.
Jetzt kam es dazu, dass die PR-Leute um Frau Merkel herum, beschlossen haben auch mal Kontakt zu den jungen Menschen in Deutschland auf zu nehmen. Und dafür haben sie sich LeFloid ausgesucht.
Hier jetzt also sein Interview mit Frau Merkel.
Da kann man sich jetzt einige Gedanken zu machen. Sich wundern, ärgern, über den einen oder die andere. Ich habe viele Reaktionen zu dem Interview gelesen. Und die beste – für mich – ist die von Johnny Haeusler in der WIRED: Ärgert Euch nicht über LeFloids fragen – ärgert Euch über Merkels Antworten! und seine Ergänzungen in seinem eigenen Blog Spreeblick.
Der kommentiert aktuelles Geschehen in seinem Youtubekanal, fordert seine Zuschauer immer zum Dialog auf und stellt sich diesem dann auch zuverlässig.
Hier ein Beispiel (das ist erst was für Teens oder Preteens, da er durchaus auch schwierige Themen anspricht):
Ich mag den. Auch wenn er an manchen Punkten eine andere Meinung hat als ich. Ich werde Pelle das empfehlen. Unsere Kinder sollen ja auch nicht nur unsere Meinung wiederkäuen - das wäre ja schrecklich. Und bei LeFloid bekommt der Zuschauer, mal eben einige Themen kurz und knapp serviert. Danach gibts bestimmt spannende Gespräche am Familientisch.
Schaut Euch ruhig noch ein paar seiner Videos an.
Und dann, dieses hier. Das ist von der republica letztes Jahr:
Lustig, oder? Der heißt in echt Florian Mundt und ist angehender Psychologe. Und durchaus schlau und kann auch ganz normal reden.
Warum ist es wertvoll für (ältere) Kinder ihm zu zuhören? Das beantworteten Johnny und Tanja Haeusler in ihrem Vortrag über die TINCON auf der diesjährigen republica. Es ist IMMER wichtig Informationen aus erster Hand zu bekommen. Deshalb sind Youtuber, die von ihren eigenen Erfahrungen im Internet oder mit Computerspielen berichten, viel authentischer als irgendwelche Lehrer, die mal eine einwöchige Fortbildung zum Thema Medienkompetenz absolviert haben.
Ich habe vorletztes Jahr einen Vortrag von Jemandem gehört, der kürzlich in der Gegend um Tschernobyl war. Er hat eine Menge Fotos gezeigt und Geschichten erzählt. Das war gruselig. Das hat mir Gänsehaut gemacht. Und war viel eindrücklicher und damit wertvoller als alle Projektwochen zusammen die ich je in der Gesamtschule erlebt habe.
Informationen aus erster Hand eben.
Jetzt kam es dazu, dass die PR-Leute um Frau Merkel herum, beschlossen haben auch mal Kontakt zu den jungen Menschen in Deutschland auf zu nehmen. Und dafür haben sie sich LeFloid ausgesucht.
Hier jetzt also sein Interview mit Frau Merkel.
Da kann man sich jetzt einige Gedanken zu machen. Sich wundern, ärgern, über den einen oder die andere. Ich habe viele Reaktionen zu dem Interview gelesen. Und die beste – für mich – ist die von Johnny Haeusler in der WIRED: Ärgert Euch nicht über LeFloids fragen – ärgert Euch über Merkels Antworten! und seine Ergänzungen in seinem eigenen Blog Spreeblick.
Montag, 28. April 2014
Luzies Wünsche [Luzies ønske]
Heute auf dem Weg durch die Felder zum See hat Luzie mir folgende Wünsche diktiert:
1. Dass wir immer nur Süßigkeiten essen können und gar nicht krank oder dick davon werden.
2. Dass ich so leben kann wie Pipi Langstrumpf.
3. Dass June (ihr Pony) und ich schon so weit wären, dass wir alleine durch die Wälder reiten können.
4. Dass ich nie wieder aufräumen muss, weil das immer eine Fee oder eine Hexe für mich macht.
1. Dass wir immer nur Süßigkeiten essen können und gar nicht krank oder dick davon werden.
2. Dass ich so leben kann wie Pipi Langstrumpf.
3. Dass June (ihr Pony) und ich schon so weit wären, dass wir alleine durch die Wälder reiten können.
4. Dass ich nie wieder aufräumen muss, weil das immer eine Fee oder eine Hexe für mich macht.
Freitag, 14. März 2014
Küssen [kysse]
Ja, es ist Werbung. Aber gut gemachte. Und wirklich brisantes, spannendes Anschauungsmaterial für fast pubertierende Jungs. Pelle sagt, das ist genauso wie im Zirkuscamp beim Flaschendrehen. Da fühlt man sich auch so.
Virale Werbung: Kommentar von den Blogrebellen.
Virale Werbung: Kommentar von den Blogrebellen.
Mittwoch, 19. Februar 2014
Guter Sex, schlechter Sex [god sex, dårlig sex]
Das hormonelle Erwachen des ältesten Deichhauskindes (aus Respekt vor seiner Privatsphäre nenne ich hier mal keinen Namen) ist in vollem Gange, das Interesse an allem was mit Mädchen zu tun hat riesengroß.
Und bis letzte Woche war der Informationsfluss auch noch recht behütet, da der Schulhof ja nicht als Infoquelle zur Verfügung steht. Der aktuelle Wunsch war: Bilder von Nackten. Wir haben ja schon einiges an Aufklärungsliteratur und Bildbänden hier. Aber es wurden weitere hübsche Bilder von nackten Frauen gewünscht. Okay, dachte ich. Ich suchte also nach hochwertigen Aktfotografien. Ich dachte ich schaue mir einfach sehr bekannte Aktfotografen an. Zum Beispiel Helmut Newton. Beim Sichten der Bilder wurde aber schnell klar, dass es neben hochwertig noch ein zweites zwingendes Kriterium gibt: Bilder auf denen die Frauen nicht als Lustobjekt, laszives Dummchen oder Opfer dargestellt sind. Und direkt ein drittes Kriterium drängte sich auf: bitte normale Körper! Auf den Bildern der Fotografen gibt es nur Überfrauen zu sehen. Das finde ich für einen Mensch, der gerade anfängt sich mit Körpern zu beschäftigen nicht hilfreich. Nach ein bisschen Nachdenken fiel mir die Aktfotografie der DDR ein. Und ich habe auch direkt ein paar Bildbände gefunden und einen davon bestellt: Schön nackt - Aktfotografie in der DDR
(Amazonpartnerlink). Da sind wirklich nette Bilder drin. Nackte, hübsche, normale, natürliche Menschen.
Und dann habe ich noch ein Bildband mit erotischen Bildern der Menschheitsgeschichte gefunden: Erotische Meisterwerke - Von der Antike bis zur Gegenwart
(Amazonpartnerlink). Das ist halt Kunst. Auch mit skurrilen Bildern. Das habe ich dazu erklärt und darauf hingewiesen, dass er selber abschätzen muss, was er sich anschaut und was vielleicht zu viel ist.
Eigentlich hatte ich noch auf den Bildband des Nu Project gehofft. Aber ich finde das Cover total doof. Ich fand die Bilder auf der Internetseite fast alle wirklich toll und jetzt mag ich das Buch nicht kaufen wegen dem Cover.
Das war der Stand von letzter Woche.
Nach einer Übernachtung bei einem Kumpel, der auch ein Telefon mit Whatsapp besitzt und auf dem nächsten Gymnasium ist, sieht das jetzt anders aus. Das Telefon des Deichhauskindes hatte jetzt ein Foto und zwei Videos zu bieten, die fernab von gutem Geschmack waren. Ich habe nichts gegen nackte Menschen, aber diese Schulhofscheiße ist einfach eklig. Ich finde das nicht schlimm oder bedrohlich. Ich mag es eben nur nicht sehen. Ich hab dem Deichhauskind immer wieder gesagt, dass er das aber sehr wohl interessant finden darf. Dass ja sein Kopf nicht mein Kopf ist. Dass er selber ausloten muss, was er sich anschaut und was nicht. Am Ende hat er die Sachen von seinem Telefon gelöscht, war noch kurz verzweifelt, weil es so aussah als ließen sich diese Inhalte nicht löschen. Er hat sich nicht wohl gefühlt mit dem Zeug auf seinem Telefon.
Ich habe heute hin und her überlegt, ob ich Euch die Sachen zeigen soll. Als Seminarleiterin von Elternkursen finde ich es wichtig, dass Eltern grob wissen was da so im Umlauf ist. Es ist erschreckend wie naiv die Vorstellungen mancher Eltern sind. Da fehlt dann jegliche Basis für Gespräche mit den Kindern.
Aber ich will so blödes Zeug nicht hier haben. Auch nicht in verfremdeter Form. Wenn ihr also wissen wollt, was Eure Kinder auf ihren Telefonen haben, oder deren Kumpels: fragt sie. Lasst es Euch erzählen oder zeigen. Nicht als Kontrolle bitte. Sondern weil es Euch interessiert. Oder sagt ihnen, dass ihr so etwas nicht sehen mögt, dass ihr aber trotzdem immer ansprechbar seid, wenn das Kind mal etwas gesehen hat was nicht mehr aus seinem Kopf raus will und sich doof anfühlt.
Heute lief uns dann im Internet noch ein Video mit Sexszenen über den weg. Nicht so dreckig wie die Schulhofvideos und trotzdem spannend für einen Elfjährigen.
Das Video habe ich im Blog des verehrten Kollegen Spreeblick gefunden. Das Buch welches er zusammen mit seiner Frau geschrieben hat kann ich sehr empfehlen: Netzgemüse - Aufzucht und Pflege der Generation Internet
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Und bis letzte Woche war der Informationsfluss auch noch recht behütet, da der Schulhof ja nicht als Infoquelle zur Verfügung steht. Der aktuelle Wunsch war: Bilder von Nackten. Wir haben ja schon einiges an Aufklärungsliteratur und Bildbänden hier. Aber es wurden weitere hübsche Bilder von nackten Frauen gewünscht. Okay, dachte ich. Ich suchte also nach hochwertigen Aktfotografien. Ich dachte ich schaue mir einfach sehr bekannte Aktfotografen an. Zum Beispiel Helmut Newton. Beim Sichten der Bilder wurde aber schnell klar, dass es neben hochwertig noch ein zweites zwingendes Kriterium gibt: Bilder auf denen die Frauen nicht als Lustobjekt, laszives Dummchen oder Opfer dargestellt sind. Und direkt ein drittes Kriterium drängte sich auf: bitte normale Körper! Auf den Bildern der Fotografen gibt es nur Überfrauen zu sehen. Das finde ich für einen Mensch, der gerade anfängt sich mit Körpern zu beschäftigen nicht hilfreich. Nach ein bisschen Nachdenken fiel mir die Aktfotografie der DDR ein. Und ich habe auch direkt ein paar Bildbände gefunden und einen davon bestellt: Schön nackt - Aktfotografie in der DDR
Und dann habe ich noch ein Bildband mit erotischen Bildern der Menschheitsgeschichte gefunden: Erotische Meisterwerke - Von der Antike bis zur Gegenwart
Eigentlich hatte ich noch auf den Bildband des Nu Project gehofft. Aber ich finde das Cover total doof. Ich fand die Bilder auf der Internetseite fast alle wirklich toll und jetzt mag ich das Buch nicht kaufen wegen dem Cover.
Das war der Stand von letzter Woche.
Nach einer Übernachtung bei einem Kumpel, der auch ein Telefon mit Whatsapp besitzt und auf dem nächsten Gymnasium ist, sieht das jetzt anders aus. Das Telefon des Deichhauskindes hatte jetzt ein Foto und zwei Videos zu bieten, die fernab von gutem Geschmack waren. Ich habe nichts gegen nackte Menschen, aber diese Schulhofscheiße ist einfach eklig. Ich finde das nicht schlimm oder bedrohlich. Ich mag es eben nur nicht sehen. Ich hab dem Deichhauskind immer wieder gesagt, dass er das aber sehr wohl interessant finden darf. Dass ja sein Kopf nicht mein Kopf ist. Dass er selber ausloten muss, was er sich anschaut und was nicht. Am Ende hat er die Sachen von seinem Telefon gelöscht, war noch kurz verzweifelt, weil es so aussah als ließen sich diese Inhalte nicht löschen. Er hat sich nicht wohl gefühlt mit dem Zeug auf seinem Telefon.
Ich habe heute hin und her überlegt, ob ich Euch die Sachen zeigen soll. Als Seminarleiterin von Elternkursen finde ich es wichtig, dass Eltern grob wissen was da so im Umlauf ist. Es ist erschreckend wie naiv die Vorstellungen mancher Eltern sind. Da fehlt dann jegliche Basis für Gespräche mit den Kindern.
Aber ich will so blödes Zeug nicht hier haben. Auch nicht in verfremdeter Form. Wenn ihr also wissen wollt, was Eure Kinder auf ihren Telefonen haben, oder deren Kumpels: fragt sie. Lasst es Euch erzählen oder zeigen. Nicht als Kontrolle bitte. Sondern weil es Euch interessiert. Oder sagt ihnen, dass ihr so etwas nicht sehen mögt, dass ihr aber trotzdem immer ansprechbar seid, wenn das Kind mal etwas gesehen hat was nicht mehr aus seinem Kopf raus will und sich doof anfühlt.
Heute lief uns dann im Internet noch ein Video mit Sexszenen über den weg. Nicht so dreckig wie die Schulhofvideos und trotzdem spannend für einen Elfjährigen.
Das Video habe ich im Blog des verehrten Kollegen Spreeblick gefunden. Das Buch welches er zusammen mit seiner Frau geschrieben hat kann ich sehr empfehlen: Netzgemüse - Aufzucht und Pflege der Generation Internet
Samstag, 8. Februar 2014
Kinderzimmer Teil 1 [børneværelset part 1]
Dienstag, 26. November 2013
Anhören [lytte til]
Herbert Renz-Polster im Gespräch.
Die Internetseite von Herrn Renz Polster und seine Facebookseite.
Die Links befinden sich hinter den Wörtern Internetseite/Facebookseite bzw. dem ersten Satz.
Die Internetseite von Herrn Renz Polster und seine Facebookseite.
Die Links befinden sich hinter den Wörtern Internetseite/Facebookseite bzw. dem ersten Satz.
Samstag, 10. August 2013
iPad-Tag [iPad-dag]
Bisher gab es bei uns alle Medien absolut zur freien Verfügung. Pelle und Luzie konnten so viel und so lange sie wollten DVDs auf dem Rechner oder Filme auf dem iPod und dem iPad schauen, Hörspiele und Hörbücher im CD-Player oder auf dem iPad und dem iPod hören. Pelle hat ab und an auch mit den anderen Funktionen seines iPods experimentiert. Er hat etwas auf die digitalen Notizzettel geschrieben, die Weckertöne ausprobiert (andauernd und immer wieder), sich den Wecker gestellt und so Zeug eben. Luzie hat hauptsächlich Pipi Langstrumpf geschaut und Schubiduuh das Schlossgespenst gehört. Beide haben immer wieder Phasen gehabt in denen sie fast den gesamten Tag z. B. Magic Schoolbus geschaut haben. Wir haben 53 Folgen davon für die iPods. Da die beiden absolute Draussenkinder sind, wurde der Medienkonsum nie so wirklich zeitintensiv. Nach einem Tag Filme schauen kamen immer Tage und Wochen ganz ohne.
Internet gabs nur für Elvis und mich.
Wenn Pelle und Luzie an die Geräte gehen, schalten sie den Flugmodus ein, kappen also jede Verbindung ins Internet.
Es wird die Zeit kommen wo sie das nicht mehr tun werden, weil sie beschliessen, dass sie sehen wollen was es da draussen so gibt. Noch ist es nicht so und Pelle hat nur ein mildes Lächeln und ein "Boahr MAMA!" für mich übrig, wenn er mal alleine zu Hause bleibt und ich ihm im Weggehen noch zurufe, dass er seine Zeit gut nutzen, ins Internet gehen, uns arm kaufen und Harry Potter III schauen soll. Bisher bleibt der Flugmodus an und Harry Potter III steht noch an der selben Stelle in der Speisekammer wo ich ihn deponiert habe. Noch. Irgendwann werden sie entscheiden, dass es Zeit ist eigene Wege zu gehen. Das hat übrigens nichts mit Vertrauen zu tun. Da kann ich ihnen vertrauen so viel ich will (dass sie sich an meine mütterlichen Wünsche halten). Sie werden eigene Entscheidungen treffen müssen. Dann sind wir da, um sie zu begleiten oder aufzufangen. Je nach dem was sie dann brauchen und möchten.
Jetzt gab es kürzlich zwei Änderungen. Zum einen stand Minimums Geburt an und ich mag das Rechnergedusel nicht in der Nähe des Winzlings haben. Und wir haben die ersten Spiele auf den Geräten installiert.
Digitale Spiele haben einen unglaublich großen Einfluss auf die Neurotransmitter. Die wirken wie Belohnungskanonen im Gehirn. Ständig macht der Spieler kleine Lernschritte, hat große Erfolge, kommt weiter. Die Hindernisstufen sind immer gerade so schwierig, dass es spannend ist, aber der Erfolg nicht ausbleibt. Da wird jedes Mal eine Dusche mit Glücks- und Zufriedenheitshormonen ausgelöst. Kein Wunder, dass Elvis und ich vor Pelles Geburt nächtelang als Paladin und Sorcerer durch die Dungeons zogen. Das ist toll. Macht riesig Spaß. Fesselt einen.
Wir haben uns also hingesetzt und beraten. Pelles Vorschlag war, dass er jeden Abend zwanzig Minuten spielen könnte. Aber ich finde zwanzig Minuten sind gar nichts wenn man in ein Spiel versinkt. Also haben wir uns auf einen iPad-Tag pro Woche geeinigt. Ein Tag in der Woche darf so viel geschaut und gespielt werden wie die kleinen Leute wollen. An den anderen Tagen wird nur gehört. Bisher funktioniert das ganz gut.
Es gibt natürlich Ausnahmen. Wie z. B. heute. Wir haben gerade eine Animationsapp (Flip it!) installiert und die wird jetzt von allen Familienmitgliedern getestet. Pelle zeichnet seit zwei Stunden kleine Daumenkinogeschichten. Also haben wir den iPad-Tag (der eigentlich erst nächsten Dienstag ist) halbiert und machen heute die hälfte davon. Luzie nutzt das, um Pipi Langstrumpf zu schauen. Elvis hat gerade das Monopolyspiel wieder weggeräumt. Das wird dann eben morgen (weiter) gespielt.
Ergänzend noch das Medienverhalten von Elvis und mir: Filme und Serien schauen wir immer erst wenn die kleinen Leute schon schlafen. Hauptsächlich weil wir meistens Sachen schauen, die absolut nicht für Kinderaugen, Kinderohren und Kinderköpfe gemacht sind (The Walking Dead, True Blood, Haven, Fringe, Dexter, Warehouse13 etc.) und auch weil ich gerne Feierabend habe wenn ich was schaue. Spiele spielen wir bisher nicht im Beisein der Kinder. Elvis spielt die wenn er nicht zu Hause ist - als Pendler hat man eine Menge Zeit dafür. Wir sind aber beide fast ständig im Internet oder zumindest am Rechner. Wir arbeiten inmitten des Familienlebens, recherchieren Sachen, programmieren, Elvis macht Musik, wir schauen alte Fotos an, schreiben Texte oder schauen uns an was in der Welt so passiert. Die Rechner sind also ständig in Betrieb. Das ist allerdings eher das Herbst- und Winterprogramm. Wenn es warm ist, sind wir ja fast immer draussen - ohne Rechner.
Samstag, 27. Juli 2013
Minimums Welt [minimums verden]
Minimum findet Fliegen doof. Immer wenn sie grade nah genug herangekommen ist, sie sie fast greifen kann, oder wenn die Fliege die sie auf ihrer Hand balanciert fast im Mund angekommen ist - fliegt die einfach weg. Das ist furchtbar frustrierend. Aber Minimum gibt nicht auf. Irgendwann wird es klappen.
Minimum findet Katrin und Elvis sind Spaßverderber. Sie ist Kabelfachmann und braucht Kabel für ihre Arbeit. Aber wir finden es zu gefährlich in Kabel, in denen Strom fließt, hinein zu beißen. Also entwenden wir ihr die immer wieder.
Während ich gerade schreibe, hat sie es geschafft einen der Melaminteller zu zerdeppern. Sie steht am Küchenschrank und räumt das Fach aus.
Gerade ist Pelles bester Kindergartenfreund hier zur jährlichen Landverschickung. Und er hat Minimum gesehen und gesagt: "Das ist ja lustig, die sieht aus wie Luzie. Nur kleiner!".
Alle Leute sagen, dass Minimum wie Luzie aussieht. Als Eltern sind wir da ja leider absolut Betriebsblind. Und ich höre da eigentlich nicht mehr hin wenn Leute die Kinder kommentieren. Die Leute reden so viel Zeugs. Aber wenn ein kleiner Kerl so etwas sagt, höre ich das. Und es hat mich gerührt.
Minimum erforscht hier die Räume. Nichts ist vor ihr sicher. Kurz nicht hingeschaut schon hat sie das nächste große Abenteuer entdeckt und ich darf hinterherhechten, um zum Beispiel die gesammelten Zeichnungen von Luzie und Pelle zu retten.
Jetzt kann sie auch noch Treppen erklettern. Puh.
Pelle und Luzie haben sich bei den Entwicklungsschritten immer genau an die Durchschnittswerte gehalten. Minimum tut das zeitlich gesehen auch. Nur in der Form hat sie sehr eigene Ideen. Vom Liegen ging es als erstes in den Liegestütz. Babyliegestütz.
Dann kam der herabschauende Hund aus dem Joga.
Und jetzt Krabbelt sie. Aber nicht auf den Knien. Sondern auf den Füßen. Wie Mogli.
Und die tiefe Hocke kann sie auch.
Lustiges Kind.
Minimum findet Katrin und Elvis sind Spaßverderber. Sie ist Kabelfachmann und braucht Kabel für ihre Arbeit. Aber wir finden es zu gefährlich in Kabel, in denen Strom fließt, hinein zu beißen. Also entwenden wir ihr die immer wieder.
Während ich gerade schreibe, hat sie es geschafft einen der Melaminteller zu zerdeppern. Sie steht am Küchenschrank und räumt das Fach aus.
Gerade ist Pelles bester Kindergartenfreund hier zur jährlichen Landverschickung. Und er hat Minimum gesehen und gesagt: "Das ist ja lustig, die sieht aus wie Luzie. Nur kleiner!".
Alle Leute sagen, dass Minimum wie Luzie aussieht. Als Eltern sind wir da ja leider absolut Betriebsblind. Und ich höre da eigentlich nicht mehr hin wenn Leute die Kinder kommentieren. Die Leute reden so viel Zeugs. Aber wenn ein kleiner Kerl so etwas sagt, höre ich das. Und es hat mich gerührt.
Minimum erforscht hier die Räume. Nichts ist vor ihr sicher. Kurz nicht hingeschaut schon hat sie das nächste große Abenteuer entdeckt und ich darf hinterherhechten, um zum Beispiel die gesammelten Zeichnungen von Luzie und Pelle zu retten.
Jetzt kann sie auch noch Treppen erklettern. Puh.
Pelle und Luzie haben sich bei den Entwicklungsschritten immer genau an die Durchschnittswerte gehalten. Minimum tut das zeitlich gesehen auch. Nur in der Form hat sie sehr eigene Ideen. Vom Liegen ging es als erstes in den Liegestütz. Babyliegestütz.
Dann kam der herabschauende Hund aus dem Joga.
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| Quelle: LaH |
Und jetzt Krabbelt sie. Aber nicht auf den Knien. Sondern auf den Füßen. Wie Mogli.
Und die tiefe Hocke kann sie auch.
Lustiges Kind.
Mittwoch, 17. Juli 2013
Ein Grund [begrundelse]
Es gibt unglaublich viele Gründe warum Kinder in Schulen nicht gut aufgehoben sind. Ich nenne hier mal nur drei aus der Welt der Psychologischen Grundlagenforschung. Und da ich eben bemerkt habe, dass ich das doch umfangreicher erklären möchte als gedacht, stelle ich die drei Gründe einzeln vor. ich hätte auch fünf, zwanzig oder dreihundert Gründe nehmen können. Und ich weiß jetzt gerade noch gar nicht fest, welche drei ich nehmen werde. Das sind nur kleine exemplarische Gründe. Am Ende eines Psychologiestudiums bleibt einfach die traurige Erkenntnis, dass Nichts - wirklich gar Nichts für unser Schulsystem spricht...
Also hier ein erster psychologischer Effekt: Der Rosenthal-Effekt
Beispiel für den Effekt: Hat ein Lehrer bereits eine (vorweggenommene) positive Einschätzung der Schüler (etwa „der Schüler ist hochbegabt“), so wird sich diese Ansicht im späteren Verlauf auch bestätigen. Dieses wird dadurch ermöglicht, dass der Lehrer seine Erwartungen in subtiler Weise den Schülern übermittelt, z. B. durch persönliche Zuwendung, die Wartezeit auf eine Schülerantwort, durch Häufigkeit und Stärke von Lob oder Tadel oder durch hohe Leistungsanforderungen. Es handelt sich keinesfalls um eine absichtliche Handlung, sondern ist vielmehr unbewusst.
Wenn ich einem Lehrer erzähle, ich hätte seine Schüler untersucht und die Schüler x, y und z stehen vor einem Entwicklungsschub und würden im kommenden Schuljahr wesentlich besser lernen und deshalb besser in der Schule sein - passiert genau das. Genau diese Schüler werden besser abschneiden. Und das obwohl ich sie gar nicht getestet habe. Ich habe sie zufällig ausgewählt und den Lehrer angelogen. Trotzdem werden diese Schüler tatsächlich (messbar) besser in der Schule. Woran liegt das? Da gibt es eine Reihe von Faktoren. Zum Beispiel wartet ein Lehrer länger und geduldiger auf eine Antwort bei einem Schüler, dem er mehr zutraut. Er gibt so einem Schüler auch hochwertigere Antworten und hilfreicheres Feedback.
Was bedeutet das für den Schulalltag unserer Kinder? Wenn da Eltern sind, die sich mit dem Lehrer unterhalten und gute tiefsinnige Gespräche führen, nimmt der Lehrer an, dass diese Eltern schlau sind. Und unbewusst nimmt er dann auch an, dass die Kinder dieser Eltern schlau sind und ändert sein verhalten diesen Kindern gegenüber, was ihnen große Vorteile verschafft. Und schwupps haben wir eine absolut unfaire Situation. Und der Rosenthal-Effekt ist immer vorhanden. Kein Lehrer dieser Welt kann sich davor schützen. Ist das nicht unfair?
Also hier ein erster psychologischer Effekt: Der Rosenthal-Effekt
Beispiel für den Effekt: Hat ein Lehrer bereits eine (vorweggenommene) positive Einschätzung der Schüler (etwa „der Schüler ist hochbegabt“), so wird sich diese Ansicht im späteren Verlauf auch bestätigen. Dieses wird dadurch ermöglicht, dass der Lehrer seine Erwartungen in subtiler Weise den Schülern übermittelt, z. B. durch persönliche Zuwendung, die Wartezeit auf eine Schülerantwort, durch Häufigkeit und Stärke von Lob oder Tadel oder durch hohe Leistungsanforderungen. Es handelt sich keinesfalls um eine absichtliche Handlung, sondern ist vielmehr unbewusst.
Wenn ich einem Lehrer erzähle, ich hätte seine Schüler untersucht und die Schüler x, y und z stehen vor einem Entwicklungsschub und würden im kommenden Schuljahr wesentlich besser lernen und deshalb besser in der Schule sein - passiert genau das. Genau diese Schüler werden besser abschneiden. Und das obwohl ich sie gar nicht getestet habe. Ich habe sie zufällig ausgewählt und den Lehrer angelogen. Trotzdem werden diese Schüler tatsächlich (messbar) besser in der Schule. Woran liegt das? Da gibt es eine Reihe von Faktoren. Zum Beispiel wartet ein Lehrer länger und geduldiger auf eine Antwort bei einem Schüler, dem er mehr zutraut. Er gibt so einem Schüler auch hochwertigere Antworten und hilfreicheres Feedback.
Was bedeutet das für den Schulalltag unserer Kinder? Wenn da Eltern sind, die sich mit dem Lehrer unterhalten und gute tiefsinnige Gespräche führen, nimmt der Lehrer an, dass diese Eltern schlau sind. Und unbewusst nimmt er dann auch an, dass die Kinder dieser Eltern schlau sind und ändert sein verhalten diesen Kindern gegenüber, was ihnen große Vorteile verschafft. Und schwupps haben wir eine absolut unfaire Situation. Und der Rosenthal-Effekt ist immer vorhanden. Kein Lehrer dieser Welt kann sich davor schützen. Ist das nicht unfair?
Samstag, 6. Juli 2013
Schlafen lernen [lære at sove]
Pelle, Luzie und Minimum konnten schon schlafen als sie auf die Welt kamen. Das hatten sie schon im Bauch geübt. Pelle schlief am besten auf mir oder Elvis drauf. Immer. Tag und Nacht. Luzie mochte nicht wenn ich sie nachts angefasst habe. Sie wollte ungestört neben meinem Kopf liegen. Tagsüber hat sie auf meinem Schoß geschlafen, während ich im Schneidersitz auf meinem Schreibtischsessel saß und für die Diplmprüfungen gelernt habe. Minimum hat auch sehr genaue Vorstellungen wann sie wie schläft. Tagsüber nur im Trageding an mir dran. Dort schläft sie dann 2 Stunden. Im Schoß oder im Bett geht gar nicht. Da wird sie nach 8 Minuten wieder wach und schimpft. Nachts dagegen will sie im Bett schlafen. Da ist sie im Trageding unzufrieden. So bald wir uns hinlegen, stillt sie (manchmal auch nicht) und schläft ein. Und dort schläft sie die ganze Nacht, nur zum stillen wird sie zwischen einem und vier mal wach. Auch Minimum mag nicht wenn ich nachts an ihr rumtüddel. Nicht anfassen Mama!
Das Video ist von Nestling.
Samstag, 4. Mai 2013
Der Tod [de død]
Kinder interessieren sich irgendwann für den Tod. Lange Zeit befinden sie sich in der magischen Phase, in der ihnen der Tod noch nicht bedrohlich erscheint*. Und dann tauchen irgendwann Fragen auf. Gespräche mit den Eltern oder anderen Erwachsenen sind da sehr wichtig. Die Eltern können erklären was der Tod für sie selbst bedeutet, ob und was ihnen Angst macht. Wenn einem die Worte oder die Ideen fehlen sind Bücher hilfreich. Als Gesprächsanlass. Eltern und Kinder können die Bücher gemeinsam anschauen und darüber sprechen. Es ist wichtig die Kinder reden zu lassen.
Hört ihnen zu, geht ihre Gedankenwege mit und beantwortet Fragen. Schildert Eure eigene Sichtweise, lasst aber Raum für andere Sichtweisen.
Wir haben hier zwei Bücher für Kinder die das Thema Tod und Sterben thematisieren. Das erste ist Die besten Beerdigungen der Welt von Ulf Nilsson und Eva Eriksson. Ich liebe dieses Buch. Ich mag die Stimmung darin so sehr. Deshalb will ich ganz dringend schnell jetzt noch Als wir allein auf der Welt waren vom selben Autoren/Illustratorenteam haben.
Und seit kurzem haben wir auch noch Und was kommt dann? von Pernilla Stalfelt. Von ihr hatten wir schon das Buch So ein Kack. Elvis findet ihren Stil furchtbar, bzw findet er, dass sie keinen Stil hat (er räumt aber ein, dass es ein paar wirklich gute Stellen in den Büchern gibt). Ich mag ihre Bücher und Pelle und Luzie auch. Sie sind sehr unkonventionell und wirken wie eine Krawalltante in meiner Pastellwelt. Aber genau deshalb brauchen wir die hier. Kann ja nicht Alles immer nur Taupe oder Mauvefarben sein.
*Als Luzie drei Jahre alt war - und mittendrin in der magischen Phase - hatten wir Kaninchen. Die haben Junge bekommen und Pelle und Luzie wollten die so gerne anfassen. Das war absolut verboten. Leider hat die doofe Kaninchenmutter die Jungen nach ein paar Tagen aus dem Nest geworfen. Eins nach dem anderen starb. Wir haben die toten Kaninchenkinder in einen Pappumschlag getan, um sie später am Tag zu begraben. Als alle großen Hofbewohner eine Zeit lang beschäftigt waren und Luzie allein im Hof war, nutzte sie die Gelegenheit. Wir kamen in den Hof und da saß sie. Die toten Kaninchenkinder hatte sie um sich herum verteilt und spielte mit ihnen.
Hört ihnen zu, geht ihre Gedankenwege mit und beantwortet Fragen. Schildert Eure eigene Sichtweise, lasst aber Raum für andere Sichtweisen.
Wir haben hier zwei Bücher für Kinder die das Thema Tod und Sterben thematisieren. Das erste ist Die besten Beerdigungen der Welt von Ulf Nilsson und Eva Eriksson. Ich liebe dieses Buch. Ich mag die Stimmung darin so sehr. Deshalb will ich ganz dringend schnell jetzt noch Als wir allein auf der Welt waren vom selben Autoren/Illustratorenteam haben.
Und seit kurzem haben wir auch noch Und was kommt dann? von Pernilla Stalfelt. Von ihr hatten wir schon das Buch So ein Kack. Elvis findet ihren Stil furchtbar, bzw findet er, dass sie keinen Stil hat (er räumt aber ein, dass es ein paar wirklich gute Stellen in den Büchern gibt). Ich mag ihre Bücher und Pelle und Luzie auch. Sie sind sehr unkonventionell und wirken wie eine Krawalltante in meiner Pastellwelt. Aber genau deshalb brauchen wir die hier. Kann ja nicht Alles immer nur Taupe oder Mauvefarben sein.
*Als Luzie drei Jahre alt war - und mittendrin in der magischen Phase - hatten wir Kaninchen. Die haben Junge bekommen und Pelle und Luzie wollten die so gerne anfassen. Das war absolut verboten. Leider hat die doofe Kaninchenmutter die Jungen nach ein paar Tagen aus dem Nest geworfen. Eins nach dem anderen starb. Wir haben die toten Kaninchenkinder in einen Pappumschlag getan, um sie später am Tag zu begraben. Als alle großen Hofbewohner eine Zeit lang beschäftigt waren und Luzie allein im Hof war, nutzte sie die Gelegenheit. Wir kamen in den Hof und da saß sie. Die toten Kaninchenkinder hatte sie um sich herum verteilt und spielte mit ihnen.
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