Etwas zum nachdenken. Wir sehen die Welt auf unsere Art. Jeder für sich auf eine ganz individuelle Art. Wir haben Wissen und einen Standpunkt. Wir erkennen Muster und Wahrheiten.
Das ist schön. Aber es gibt ein Problem. Wir sind mit unserer Wahrheit allein. Kein anderer Mensch sieht die Welt genau so wie wir (also Du).
Es gibt einige wirklich tolle Übungen, um sich selber klar zu machen, dass unser Standpunkt eben nur einer von vielen ist. Das der Mensch neben mir eine ganz andere Wahrheit haben kann, die genau so wahr ist wie meine. Bei Familylab haben wir solche Übungen gelernt. Die gehen aber nur im direkten Kontakt und in der Gruppe, deshalb kann ich die hier schlecht mit Euch machen.
Jetzt hab ich grad ein spannendes Video entdeckt, in dem ein Typ seine eigenen fest gefahrenen Hirnstrukturen (Wahrheiten) versucht zu lockern bzw. umzuarbeiten.
Da ich ungefähr die Hälfte meiner Zeit auf dem Fahrrad verbringe konnte ich körperlich mitfühlen was ihm da passiert.
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Donnerstag, 24. Dezember 2015
Samstag, 3. Mai 2014
Brecht 1 [brecht 1]
Bertold Brecht hat Die Dreigroschenoper geschrieben (und Kurt Weill die Musik dazu bzw. ganz korrekt heißt es: "Die Dreigroschenoper von John Gay, übersetzt von Elisabeth Hauptmann in der Bearbeitung von Bert Brecht"). Darin kommt Die Moritat von Mackie Messer vor. Wenn man das bei Youtube sucht gibt es ganz viele Treffer. Unter anderem von Sting, Hildegard Kneef und Slut*. Nette Mischung.
Hier noch in der übersetzten Version von Robbie Williams gesungen.
*bei dem Versuch mir den Link von dem Slutvideo von meinem iPad zu meinem Macbook zu schicken (weil ich es in der Suche vom Macbook aus nicht bekomme, weil dort der sichere Modus eingestellt ist und ich grad auf die Schnelle nicht weiß wie ich den ausstellen kann) musste ich erneut feststellen, dass Apple meine Mails mitliest und zensiert. Die Mail mit Slut im Betreff kommt nicht durch. Im Normalfall bin ich dankbar, dass Mails mit Slut im Betreff mich nicht erreichen. Aber ich habe die Mail nirgendwo gefunden. Auch in keinem Junk-Ordner. Und das finde ich problematisch. Wer weiß was ich noch so alles nie erhalten habe, nur weil etwas vermeintlich anzügliches im Betreff stand...
Hier noch in der übersetzten Version von Robbie Williams gesungen.
*bei dem Versuch mir den Link von dem Slutvideo von meinem iPad zu meinem Macbook zu schicken (weil ich es in der Suche vom Macbook aus nicht bekomme, weil dort der sichere Modus eingestellt ist und ich grad auf die Schnelle nicht weiß wie ich den ausstellen kann) musste ich erneut feststellen, dass Apple meine Mails mitliest und zensiert. Die Mail mit Slut im Betreff kommt nicht durch. Im Normalfall bin ich dankbar, dass Mails mit Slut im Betreff mich nicht erreichen. Aber ich habe die Mail nirgendwo gefunden. Auch in keinem Junk-Ordner. Und das finde ich problematisch. Wer weiß was ich noch so alles nie erhalten habe, nur weil etwas vermeintlich anzügliches im Betreff stand...
Donnerstag, 13. März 2014
Pferdekacke und Kafka Teil eins [hest lort og kafka part en]

Eigentlich wollte ich etwas über Pferdekacke und Kafka schreiben. Bevor ich das aber tue, muss erst noch ein Gedanke erzählt werden...
Hat eine(r) von Euch etwas gutes zu den Textbesprechungen aus der Schulzeit zu berichten? Das ist wieder eine ernst gemeinte Frage, zu der ich gerne Eure spontanen Gedanken hätte. Also ich meine: Buch lesen und danach in der Klasse Aufgaben dazu machen und vortragen etc.
Ich frage mich schon seit der elften Klasse was das bringen soll. Ich habe in den Sommerferien nach der zehnten Klasse Das Parfum gelesen. Ein Freund hatte es mir empfohlen und ich fand es richtig gut. Nach den Sommerferien kam ich in den Deutschunterricht und wir durften ein halbes Jahr lang dieses Buch, welches ich gerade sehr mochte, auseinander nehmen. Das war schlimm. Es war uninteressant, zäh und zerstörend. All meine Begeisterung war nach dem halben Jahr, eigentlich schon nach der ersten Woche, weg.
Ich hatte es für mich gelesen, fand die Geschichte die Patrick Süßkind aufgeschrieben hatte spannend. Ich hatte mir meine eigenen Gedanken dazu gemacht. Es hat mich berührt, etwas in mir bewegt. Es bedeutete mir etwas (auch weil es eine Empfehlung meines damaligen Schwarms war). Das reicht doch. Das ist doch alles was man von Kunst erwarten kann, oder? Entweder sie setzt etwas in mir in Gang oder sie berührt mich nicht und passt einfach (evtl. grad) nicht zu mir. Und dann gibt es die Möglichkeit, dass ich die Erfahrung für mich behalte wie einen Schatz, sie in meinem Kopf als Eindruck behalte, still analysiere oder sie mit anderen (frei gewählten Gesprächspartner) bespreche, vergleiche, mich fetze, weil es mir etwas bedeutete und den anderen nicht, oder nicht das gleiche, oder weil ich die anderen und ihre Meinung doof finde...
Aber all das ist doch etwas sehr sehr persönliches und vor allem etwas das von ganz allein passiert. Wenn ich einen Text lese und der mir nicht mehr aus dem Kopf geht, oder Fragen aufwirft, kann ich ja nachforschen. Wer war der Autor, warum hat er diesen Text geschrieben, in was für einer Gesellschaft hat er gelebt?
Für mich ergibt erzwungene Textanalyse in der Schule genau so viel Sinn, als würden wir für alle kleinen Menschen im Alter von elf Monaten Lauflern-trainings anbieten. Trainings in denen sie ständig Hausaufgaben bekommen und das Laufen üben müssen. Und dann vorzeigen, was sie bisher geschafft haben.
Das passiert doch von ganz alleine, in dem eigenen Tempo des Protagonisten, zu dem Zeitpunkt wo es grad passt.
Wieso muss ich dann im Deutschunterricht endlos lange erfahren, was es mit anderen (meinen öden Mitschülern oder irgendwelchen bekloppten Literaturkritikern) gemacht hat? Was irgendwer dazu gedacht hat, was irgendwer da hineininterpretiert hat. Das hat mich im Deutschunterricht furchtbar angeödet. Vor allem auch, weil ich viele Aussagen wirklich völlig daneben fand. Und am allerschlimmsten fand ich Aussagen über meine eigenen Texte und Arbeiten im Kunst-LK. Da stehen dann zwei Künstler (unsere Kunstlehrer waren keine Lehrer, sondern aktive Künstler mit einem Lehrauftrag) vor meinem Bild und erzählen mir Dinge über mich, die völlig abwegig waren, mich langweilten oder sogar bedrängten, weil sie so absolut nicht zutreffend waren und gar nichts mit mir zu tun hatten, ich aber auch gar keine Lust hatte da etwas dagegen zu sagen. Manchmal klebt in der Collage oben Links eben einfach nur ein Frosch, weil er von der Farbe her gut passte. Wenn mir dann ein Gelehrter etwas darüber erzählt, wie dort mein Bezug zur Natur, die Liebe zu allen Wesen und mein Hinweis auf unseren Ursprung und unser herauskriechen aus der Ursuppe deutlich wird, und mich dafür beglückwünscht und mir 15 Punkte notiert, habe ich innerlich oft gelacht und geweint gleichzeitig. Das war so absurd.
Ich finde es wichtig und hilfreich zu erfahren wie und wo ich mich informieren kann, wenn ich etwas wissen will.
Auch der Hinweis, dass es einen in den eigenen Überlegungen zu einem Text oder Bild weiter bringt, wenn ich mir anschaue in welcher Zeit der Künstler gelebt hat und in welchen Verhältnissen, ist wichtig.
Aber selbst diese Werkzeuge ergeben sich wahrscheinlich, wie das Laufenlernen, von selbst. Oder?
Montag, 10. März 2014
Kurrikulum 1/2014 [studieplan 1/2014]
Pelle
Montags Badminton und Übernachtung bei seinem Badmintonpartner.
Dienstags drei Stunden Judotraining.
Mittwochs mit unserem Pferdemädchen und unseren Pferde arbeiten.
Donnerstags Reitschule 1.5 Stunden Praxis & 1 Stunde Theorie.
Freitags frei.
Luzie
Montags Mädchentag (Pelle ist ab 13.00 Uhr weg und Elvis ist der Stadt zum Arbeiten). Wir (Luzie, Minimum, Ich) malen uns Schnurrbärte und machen Mädchenzeug.
Dienstags Freundinnen treffen während Pelle beim Judotraining ist.
Mittwochs Hofpraktikum auf dem Archehof.
Donnerstags Reitschule 1.5 Stunden Praxis & 1 Stunde Theorie.
Montags Badminton und Übernachtung bei seinem Badmintonpartner.
Dienstags drei Stunden Judotraining.
Mittwochs mit unserem Pferdemädchen und unseren Pferde arbeiten.
Donnerstags Reitschule 1.5 Stunden Praxis & 1 Stunde Theorie.
Freitags frei.
Luzie
Montags Mädchentag (Pelle ist ab 13.00 Uhr weg und Elvis ist der Stadt zum Arbeiten). Wir (Luzie, Minimum, Ich) malen uns Schnurrbärte und machen Mädchenzeug.
Dienstags Freundinnen treffen während Pelle beim Judotraining ist.
Mittwochs Hofpraktikum auf dem Archehof.
Donnerstags Reitschule 1.5 Stunden Praxis & 1 Stunde Theorie.
Freitags frei.
Pelle geht dieses Frühjahr in einen Legoroboticskurs, wird vier Saxophonstunden bzw. Klarinettenstunden bekommen, um zu schauen, ob das was für ihn ist. Im Sommer ist dann Zirkuscamp und Fussballtrainingswoche. Ausserdem fährt er eine Woche mit Freunden nach Dänemark. Filmschule ist auch noch irgendwann.
Voltigieren haben wir aufgehört. Das war eh nur für ein Jahr vorgesehen und wir haben jetzt eine Reitschule gefunden, in der die Kinder ohne Gebiss und Sattel reiten lernen. Die machen Horsemanship und Liberty. Nächstes Jahr gehen Luzie und Pelle dann noch zu den Reitercamps.
Luzie wollte nicht mehr beim Judo mitmachen.
Montag, 23. September 2013
Gute Lehrer [gode lærer]
How to Play. Das ist das Zauberwort. Wenn man das bei Youtube eingibt, ploppen einem tausende von Lehrvideos entgegen. Einige gute, viele stümperhafte und einige wirklich tolle. Pelle lernt gerade mit solchen Videos an unserem Piano ein paar Lieder. Das wirklich wirklich wirklich Gute an diesen Videos: sie werden nie ungeduldig, auch nicht wenn Pelle das zum hundertsten Mal spielt und immer noch den selben Fehler macht. Mit einer großartigen Ruhe und Gelassenheit erklärt die Pianospielerin im Video immer und immer wieder den einen Teil, den Pelle grade übt und macht es noch ein mal vor. Das ist ein sehr großer Vorteil beim Lernen mit diesem Medium. Deshalb liebe ich elektronische Lehrer. Sie werden nicht genervt und sie kritisieren nicht. Nie. Wirklich.
Wie Tanja und Johnny Haeusler in ihrem Artikel in der aktuellen unerzogen schreiben: Kein Spiel sagt: Das war jetzt eher eine Vier minus. So ist es. Ein Video, ein Spiel oder ein Programm kritisiert und bewertet nicht. Sie weisen auf Fehler hin. Aber immer neutral. Und somit sind wir ganz in dem Fahrwasser von Vera F. Birkenbihl. Sie sagte, dass es ganz wichtig ist auf der Eingangsstufe einer Lernphase nicht zu kritisieren.
Wenn ich draussen auf dem Bett unter dem Apfelbaum sitze kann ich aus dem Haus Für Elise hören. Das ist schön. Und obwohl die elektronischen Lehrer nicht kritisieren gibt es hier aufwühlende Lernphasen. An einem Tag als Pelle schon recht weit in dem Stück gekommen war, saß er am Klavier und platzte fast vor Stolz. Er redete die ganze Zeit davon wie unfassbar weit er schon gekommen ist. Und dann funktionierte plötzlich etwas nicht. Er hat es mehrmals versucht und ist dann verzweifelt am Klavier zusammengebrochen. Hat gewütet, geweint und geschimpft. Ich hab dabei gesessen und konnte nichts hilfreiches beitragen. Irgendwann habe ich ihm vorgeschlagen erst einmal eine Pause zu machen und wir haben zusammen ein wenig Theorie zu dem Stück welches er gerade übte angeschaut. Wir haben uns die Wikipediaeinträge zu Beethoven und Mozart durchgelesen, festgestellt, dass Mozart aussah wie der Onkel von Pelles Freund. Wir haben uns Konzertmitschnitte von Beethovenstücken angeschaut und uns Für Elise komplett angehört. Danach hat er entspannt und erholt wieder weiter am Klavier geübt.
Donnerstag, 13. Juni 2013
Neue Lehrer [nye lærer]
Welch ein Glück. Im Dorf nebenan gibt es neue Bewohner. Ein Filmemacherpärchen. Und einer von beiden ist auch noch ein Nativespeaker Dutch. Wir unterhalten uns bisher auf Englisch. Aber ich hätte jetzt gerne sofort das Rosetta Stone für Holländisch. Ausserdem hat dieser neue Lehrer noch ein weiteres Hobby: Töpfern! Jetzt haben wir Nachbarn die Pelle alles über das Filme machen beibringen können, mit Pelle und Luzie töpfern und dabei auch noch Englisch und Holländisch sprechen.
Das Kennenlerngespräch war nett. Nachdem ich einiges über die Beiden erfahren hatte und dachte unsere Wahrheit ist bei denen gut aufgehoben sagte ich frei heraus, dass wir nicht zur Schule gehen. Daraufhin sagte der Filmemacher aus Holland, dass er das gut findet und dass man es Pelle und Luzie anmerkt, das sie sehr eigenständig und verantwortungsvoll wirken und dass sie hier ja auch gut aufgehoben sind, in einem Tonfall der klar machte, dass er nicht wusste, dass Deutschland das nicht so gerne hat. Also sagte der andere Filmemacher, der als erstes erwidert hatte, dass er das absolut richtig findet und dass er in der Schule nur Zeit verschwendet habe und sich mit 17 noch mal komplett alleine neu (aus)gebildet hat: it´s illegal. It is no option in Germany to send the children not to school.
Und der Holländische Filmemacher fragte mit einem so herrlich ehrlich-erstaunten Tonfall: why?
Die Beiden haben hier ein riesiges Bauernhaus gekauft und wollen dort auch ganz viel Raum zum kreativ sein einrichten. Ausserdem gibt es noch das Haus in Holland in das wir jederzeit gehen dürfen, wenn es uns hier grad zu warm wird.
Das Kennenlerngespräch war nett. Nachdem ich einiges über die Beiden erfahren hatte und dachte unsere Wahrheit ist bei denen gut aufgehoben sagte ich frei heraus, dass wir nicht zur Schule gehen. Daraufhin sagte der Filmemacher aus Holland, dass er das gut findet und dass man es Pelle und Luzie anmerkt, das sie sehr eigenständig und verantwortungsvoll wirken und dass sie hier ja auch gut aufgehoben sind, in einem Tonfall der klar machte, dass er nicht wusste, dass Deutschland das nicht so gerne hat. Also sagte der andere Filmemacher, der als erstes erwidert hatte, dass er das absolut richtig findet und dass er in der Schule nur Zeit verschwendet habe und sich mit 17 noch mal komplett alleine neu (aus)gebildet hat: it´s illegal. It is no option in Germany to send the children not to school.
Und der Holländische Filmemacher fragte mit einem so herrlich ehrlich-erstaunten Tonfall: why?
Die Beiden haben hier ein riesiges Bauernhaus gekauft und wollen dort auch ganz viel Raum zum kreativ sein einrichten. Ausserdem gibt es noch das Haus in Holland in das wir jederzeit gehen dürfen, wenn es uns hier grad zu warm wird.
Donnerstag, 16. Mai 2013
Wir treiben uns rum [værkstedet]
Zur Zeit sind wir zu Gast im Wendland. Dort tobt die KLP und die Mützingenta. So müsste es immer sein. Künstler und Schaffende des Landkreises Lüchow Dannenberg öffnen ihre Werkräume und zeigen was sie tun. Und wir können mitmachen. Gestern haben wir einem Steinmetz zugeschaut und herausgefunden wie er die Buchstaben so ordentlich auf den Stein bringt. Pelle und Luzie gehen jeden Tag schnitzen und sind voll im Schnitzfieber. Heute sind wir noch mal mit dem Steinmetz verabredet um Speckstein zu schnitzen statt Holz. Deshalb komme ich auch gerade nicht zum Schreiben.
Wenn nicht gerade KLP ist, gehen wir auch in Werkstätten. Das ist einfach. Wir überlegen worauf wir Lust haben und ich mache Jemanden ausfindig, der so etwas macht. Dann frage ich, ob wir mal vorbei kommen und zuschauen können. Bisher war nur ein einziger Handwerker dabei der flapsig geantwortet hat, dass er keine Kinderbespaßungsanstalt sei. Dabei hatte ich ihm genau beschrieben, dass es eben nicht um ein Kinderprogramm geht, sondern um die echte Werkstattarbeit. Ansonsten haben wir nur gute Erfahrungen gemacht. Pelle geht schmieden bei einer Kunstschmiedin, wir gehen töpfern bei einer Töpferfrau, wir veranstalten Miniworkshops mit einem Physiker oder helfen in einer Ziegenmolkerei oder auf einem Archehof. Die meisten Menschen sind erfreut, wenn wir anfragen und zuschauen. Wir bezahlen den Leuten natürlich ihre Arbeit. So eine Handwerkerstunde kostet meist zwischen 20 und 30 Euro. Wenn ein Freund oder eine Freundin von Pelle und Luzie auch noch mitmacht können wir uns die Stunde teilen. Aber viele Leute wollen für eine Schnupperstunde (in Wirklichkeit sind es meist eher drei Stunden) in ihrem Betrieb gar kein Geld.
Donnerstag, 9. Mai 2013
Elternlernstandsgespräch [forælder konversation]
Elvis und ich haben uns (schon vor vier Wochen) zusammengesetzt und besprochen, welche Fertigkeiten uns wichtig sind und was Pelle und Luzie in den nächsten Monaten lernen sollen.
Für Luzie ist das klar. Die ist erst Fünf, die soll lernen was sie will. Pelle ist Zehn. Da sind uns einige Fertigkeiten wichtig, die er bald mal beherrschen sollte.
Zwei Anmerkungen vorweg.
Fertigkeiten und Fähigkeiten sind etwas ganz unterschiedliches. Und es ist wichtig, dass wir uns das klar machen bevor wir weiter darüber reden.
Fertigkeit bezeichnen im Allgemeinen einen erlernten oder erworbenen Anteil des Verhaltens. Der Begriff der Fertigkeit grenzt sich damit vom Begriff der Fähigkeit ab, die als Voraussetzung für die Realisierung einer Fertigkeit betrachtet wird. Können umfasst Fähigkeit und Fertigkeit. Fertigkeiten sind beispielsweise Klavierspielen, Lesen, Schreiben, Rechnen, Sprechen, Fußballspielen und Ähnliches.
Und zweitens: Fakt ist, dass die Kinder heute in der Schule Stoff aus den letzten Hundert Jahren pauken. Ein Großteil davon ist schon Heute überholt. Wir wissen nicht wie die Welt in fünf Jahren aussieht. Und erst recht nicht wie sie in 13 Jahren aussieht, wenn die heute eingeschulten Kinder die Schule verlassen. Auf was und vor Allem wie, bereiten wir also unsere Kinder vor?
Elvis und ich schauen uns an, wohin die Entwicklung geht und finden aber beide auch ein paar klassische Fertigkeiten wichtig.
Pelle, Luzie und später auch Minimum sollen sich schriftlich und Sprachlich angemessen ausdrücken können. Seit Jahren dürfen die deutschen Kinder in Reformschulen mit Bleistift statt Füller schreiben, weil nach langen Jahren der Quälerei klar wurde, dass das Schreiben mit dem Füller für viele Kinder motorisch nicht wirklich machbar ist. Schon vor Jahrzehnten wurden vereinfachte Schreibschriften extra für Schulkinder entwickelt, weil man beobachten konnte, dass die vielen Richtungswechsel im Schreibfluss für eine Menge Kinder sehr schwer zu lernen ist. In einigen Bundesländern gibt es mittlerweile gar keine Schreibschrift mehr. Hier aufm Land lernen die Kinder ab der zweiten Klasse artig mit Füller die Schreibschrift.
Der vom Kultusministerium angedachte didaktische Sinn des Schreibtrainings in der Schule ist übrigens, dass ein Kind eine eigene persönliche Handschrift entwickelt. Das war mir lange nicht bewusst. Ich hab immer gedacht, dass jeder halt die perfekte Schreibschrift beherrschen soll. Hätte mir jemand als Kind erzählt, dass es im Endeffekt darum geht eine individuelle persönliche Handschrift zu entwickeln wäre ich wahrscheinlich ganz anders an die Sache heran gegangen.
Uns ist wichtig, dass die Kinder sich mit Sprache und Schrift ausdrücken können.
Alltagstauglich schreiben und schön schreiben. Es gibt immer wieder Schreibanlässe bei denen zweckmäßiges Schreiben geübt wird. Gestern zum Beispiel haben wir Samen ausgesät und Pelle und Luzie haben die ganzen Namensschilder beschriftet.
Für Luzie habe ich die Namen mit Bleistift vorgeschrieben.
Das schöne Schreiben üben wir (auch ich) wenn wir Poster gestalten. Pelle bastelt oft neue Schilder für sein Zimmer. Zur Zeit hängt dort ein Schild mit dem Text: Büro - Nicht stören! Und wir planen Kalligrafiekurse in den nächsten Jahren (Vielleicht hat ja die Jademonin lust?). Für den poetischen Umgang mit Worten und Schrift.
Lustig. Ich wollte Euch grad mal ein Zitat der Kultusministerkonferenz raus suchen zum Thema Schreiben und habe gesehen, dass die genau die selben Gedankengänge wie Elvis und ich hatten. Vielleicht sollte ich denen mal meine Hilfe anbieten.
Was die KMK dazu sagt:
[Ziel des Schreibtrainings ist:] Die Schülerinnen und Schüler verfügen über verschiedene Möglichkeiten der ästhetischen Darstellung entsprechend dem Schreibanlass und arbeiten mit unterschiedlichen Medien. Sie schreiben eine lesbare und flüssige Handschrift.
Das verlinkte PDF vom Grundschulverband ist sehr interessant, auch (oder gerade) für Eltern mit Kindern, die eine Schule besuchen. Dort wird ganz viel über den Schrifterwerb und dessen Sinn und Ziel erzählt.
Dann das Tatstaturtippen. Pelle fing an E-Mails zu schreiben und schreibt jetzt an einem eigenen Blog. Da er natürlich die Adlermethode (mit einem Finger so lange über der Tastatur kreisen bis der richtige Buchstaben gefunden wurde) verwendet, suchen wir jetzt nach einem guten Zehnfingertipplernoprogramm für Kinder. Wenn ihr eines kennt: nur her damit.
Eine weitere Fertigkeit ist vor Publikum flüssig sprechen zu können. Beste Übung, die von alleine immer wieder auftaucht: Witze erzählen. Das tun Pelle und Luzie sehr gerne und sehr ausführlich. Dabei üben sie automatisch Texte zu rezitieren, Betonungen richtig unter zu bringen, und deutlich zu sprechen.
In ein paar Jahren wird es vermutlich nicht mehr wirklich alltagstauglich sein mit einer Tastatur zu schreiben (ist Euch klar, dass die CD grad am aussterben ist? Die wird es in ein paar Jahren gar nicht mehr geben. Schockierend. Die gute alte Zeit.). Deshalb können die Kinder mit dem Programm Dragon Dictation üben, ihre Texte direkt in richtiger Weise in den Computer zu sprechen. Wer schon mal auf einen Anrufbeantworter gesprochen hat, wird wissen, dass es gar nicht so leicht ist, flüssig und ohne äh zu sagen, was man zu sagen hat. Vor allem wird die korrekte Aussprache verlangt, sonst schreibt das Programm ja nur das Genuschel auf. Das übt natürlich auch direkt.
Elvis schreibt bereits einige E-Mails so. Ich schaffe das noch nicht wirklich. Aber um Zitate aus Büchern in meine Texte zu bringen ist es perfekt. Ich lese einfach meinem Computer die Zeilen vor und er schreibt es für mich auf.
Vorlesen tun hier alle, die es können. Pelle liest auch gerne vor und Luzie genießt das.
Und das Singen gehört natürlich auch noch mit in diese Kategorie. Wir singen oft und viel. Hauptsächlich Pfadfinderlieder (Elvis war Pfadfinderleiter und ich war lange bei der Waldjugend). Vor einigen Wochen waren Pelle und Elvis dann auch als Zuhörer bei einem Singewettstreit.
Für Luzie ist das klar. Die ist erst Fünf, die soll lernen was sie will. Pelle ist Zehn. Da sind uns einige Fertigkeiten wichtig, die er bald mal beherrschen sollte.
Zwei Anmerkungen vorweg.
Fertigkeiten und Fähigkeiten sind etwas ganz unterschiedliches. Und es ist wichtig, dass wir uns das klar machen bevor wir weiter darüber reden.
Fertigkeit bezeichnen im Allgemeinen einen erlernten oder erworbenen Anteil des Verhaltens. Der Begriff der Fertigkeit grenzt sich damit vom Begriff der Fähigkeit ab, die als Voraussetzung für die Realisierung einer Fertigkeit betrachtet wird. Können umfasst Fähigkeit und Fertigkeit. Fertigkeiten sind beispielsweise Klavierspielen, Lesen, Schreiben, Rechnen, Sprechen, Fußballspielen und Ähnliches.
Quelle: Wikipedia.
Und zweitens: Fakt ist, dass die Kinder heute in der Schule Stoff aus den letzten Hundert Jahren pauken. Ein Großteil davon ist schon Heute überholt. Wir wissen nicht wie die Welt in fünf Jahren aussieht. Und erst recht nicht wie sie in 13 Jahren aussieht, wenn die heute eingeschulten Kinder die Schule verlassen. Auf was und vor Allem wie, bereiten wir also unsere Kinder vor?
Elvis und ich schauen uns an, wohin die Entwicklung geht und finden aber beide auch ein paar klassische Fertigkeiten wichtig.
Pelle, Luzie und später auch Minimum sollen sich schriftlich und Sprachlich angemessen ausdrücken können. Seit Jahren dürfen die deutschen Kinder in Reformschulen mit Bleistift statt Füller schreiben, weil nach langen Jahren der Quälerei klar wurde, dass das Schreiben mit dem Füller für viele Kinder motorisch nicht wirklich machbar ist. Schon vor Jahrzehnten wurden vereinfachte Schreibschriften extra für Schulkinder entwickelt, weil man beobachten konnte, dass die vielen Richtungswechsel im Schreibfluss für eine Menge Kinder sehr schwer zu lernen ist. In einigen Bundesländern gibt es mittlerweile gar keine Schreibschrift mehr. Hier aufm Land lernen die Kinder ab der zweiten Klasse artig mit Füller die Schreibschrift.
Der vom Kultusministerium angedachte didaktische Sinn des Schreibtrainings in der Schule ist übrigens, dass ein Kind eine eigene persönliche Handschrift entwickelt. Das war mir lange nicht bewusst. Ich hab immer gedacht, dass jeder halt die perfekte Schreibschrift beherrschen soll. Hätte mir jemand als Kind erzählt, dass es im Endeffekt darum geht eine individuelle persönliche Handschrift zu entwickeln wäre ich wahrscheinlich ganz anders an die Sache heran gegangen.
Uns ist wichtig, dass die Kinder sich mit Sprache und Schrift ausdrücken können.
Alltagstauglich schreiben und schön schreiben. Es gibt immer wieder Schreibanlässe bei denen zweckmäßiges Schreiben geübt wird. Gestern zum Beispiel haben wir Samen ausgesät und Pelle und Luzie haben die ganzen Namensschilder beschriftet.
Das schöne Schreiben üben wir (auch ich) wenn wir Poster gestalten. Pelle bastelt oft neue Schilder für sein Zimmer. Zur Zeit hängt dort ein Schild mit dem Text: Büro - Nicht stören! Und wir planen Kalligrafiekurse in den nächsten Jahren (Vielleicht hat ja die Jademonin lust?). Für den poetischen Umgang mit Worten und Schrift.
Lustig. Ich wollte Euch grad mal ein Zitat der Kultusministerkonferenz raus suchen zum Thema Schreiben und habe gesehen, dass die genau die selben Gedankengänge wie Elvis und ich hatten. Vielleicht sollte ich denen mal meine Hilfe anbieten.
Was die KMK dazu sagt:
[Ziel des Schreibtrainings ist:] Die Schülerinnen und Schüler verfügen über verschiedene Möglichkeiten der ästhetischen Darstellung entsprechend dem Schreibanlass und arbeiten mit unterschiedlichen Medien. Sie schreiben eine lesbare und flüssige Handschrift.
Quelle: Grundschulverband.
Dann das Tatstaturtippen. Pelle fing an E-Mails zu schreiben und schreibt jetzt an einem eigenen Blog. Da er natürlich die Adlermethode (mit einem Finger so lange über der Tastatur kreisen bis der richtige Buchstaben gefunden wurde) verwendet, suchen wir jetzt nach einem guten Zehnfingertipplernoprogramm für Kinder. Wenn ihr eines kennt: nur her damit.
Eine weitere Fertigkeit ist vor Publikum flüssig sprechen zu können. Beste Übung, die von alleine immer wieder auftaucht: Witze erzählen. Das tun Pelle und Luzie sehr gerne und sehr ausführlich. Dabei üben sie automatisch Texte zu rezitieren, Betonungen richtig unter zu bringen, und deutlich zu sprechen.
Außerdem haben Pelle und Luzie kürzlich den Erlkönig auswendig gelernt und tragen den gerne vor.
In ein paar Jahren wird es vermutlich nicht mehr wirklich alltagstauglich sein mit einer Tastatur zu schreiben (ist Euch klar, dass die CD grad am aussterben ist? Die wird es in ein paar Jahren gar nicht mehr geben. Schockierend. Die gute alte Zeit.). Deshalb können die Kinder mit dem Programm Dragon Dictation üben, ihre Texte direkt in richtiger Weise in den Computer zu sprechen. Wer schon mal auf einen Anrufbeantworter gesprochen hat, wird wissen, dass es gar nicht so leicht ist, flüssig und ohne äh zu sagen, was man zu sagen hat. Vor allem wird die korrekte Aussprache verlangt, sonst schreibt das Programm ja nur das Genuschel auf. Das übt natürlich auch direkt.
Elvis schreibt bereits einige E-Mails so. Ich schaffe das noch nicht wirklich. Aber um Zitate aus Büchern in meine Texte zu bringen ist es perfekt. Ich lese einfach meinem Computer die Zeilen vor und er schreibt es für mich auf.
Vorlesen tun hier alle, die es können. Pelle liest auch gerne vor und Luzie genießt das.
Und das Singen gehört natürlich auch noch mit in diese Kategorie. Wir singen oft und viel. Hauptsächlich Pfadfinderlieder (Elvis war Pfadfinderleiter und ich war lange bei der Waldjugend). Vor einigen Wochen waren Pelle und Elvis dann auch als Zuhörer bei einem Singewettstreit.
Donnerstag, 2. Mai 2013
Schlechter Lehrer [værst lærer]
Ich bin ein ganz schlechter Lehrer. Ich bin ungeduldig und es nervt mich wenn etwas nicht sehr bald funktioniert. Ausserdem bin ich undiplomatisch. Wenn wir hier zu Hause Schule spielen, funktioniert das auch nicht wirklich.
Das Gute ist: ich muss kein Lehrer sein. Ich bin Mama. Ein Mensch mit Stärken und Schwächen. Ein Mensch von dem man etwas lernen kann, mit dem man sich auseinandersetzen kann, mit dem man sich streiten kann. Ich kann Dinge in Worte fassen. Ich kann mit den Kindern zusammen etwas entdecken und sie aufmerksam machen auf Dinge die ich sehe.
Als Luzie vor einigen Wochen Fahrrad fahren lernen wollte, hab ich mal wieder vorgeführt bekommen wie miserabel ich als Lehrer bin. Wir sind auf dem Deich hin und her gefahren. Sie saß auf dem Rad und ich hab sie am Jackenkragen gehalten und sie ist gefahren. Aber nach drei Mal hin und her hatte ich keine Lust mehr. Ich wurde maulig und hab gesagt, dass ich nicht dazu da bin jetzt immer mit ihr hin und her zu laufen. Ich bin auch grottig schlecht darin andere zu motivieren. Also sind wir beide dann frustriert wieder nach Hause gegangen. Dort war Pelle. Hat sich unsere Geschichte angehört und angeboten mit Luzie zu üben. Er ist wie ein Mallorca-Animateur mit Luzie hin und her und hin und her und hin und her gelaufen. Hat sie angefeuert und ihr aufgeholfen wenn es nicht klappte. Und nach einem Nachmittag konnte er sie anschieben und dann los lassen und sie fuhr alleine weiter. Und nach zwei weiteren Übungseinheiten mit Pelle konnte sie auch alleine los fahren.
Pelle platzte fast vor Stolz auf sich und seine Schwester und machte Pläne für eine Fahrradfahrschule. Wenn er das so gut kann, sollte er doch damit sein Geld verdienen.
Im Leben unserer Kinder gibt es so viele spannende Menschen, die alle etwas anders sind und etwas anderes anzubieten haben. Pelle, Luzie und Minimum haben eine Mama, einen Papa, Opas und Omas, einen Onkel, Judomeister, Voltigiererinnen, Schmiedinnen, Physikdoktoren, Ärzte, Nachbarn, Agenturchefs, Bioladenbesitzer, Bauern, Schäfer, Archehofbesitzerinnen, Filmemacher und viele viele mehr. Und von all diesen Menschen können sie sich etwas abschauen. Und sich mit ihnen auseinandersetzen, sich ihre Geschichten anhören und sich ein Welt- und ein Menschenbild bauen.
Und trotzdem sitzen wir zur Zeit wieder morgens für eine halbe Stunde zusammen am Küchentisch und Pelle bearbeitet Rechtschreibhefte, weil ich der Meinung war es wäre mal wieder Zeit. Klappt ganz gut. Aber dazu schreibe ich nächste Woche mehr.
Donnerstag, 25. April 2013
Donnerstagsakademie [torsdag akademi]
Ich hänge mich mal an Kardiomuffelchen dran. Sie möchte immer wieder donnerstags von dem Schulfreien Leben ihrer Kinder berichten. Da ich grad heute ein Buch von Arno Stern gelesen habe, in dem es um seine Donnerstagsakademie ging, nehme ich das als Zeichen, dass ich auch immer donnerstags von unserem Schulfreien Leben berichten soll. Die Apfelbaumhausdonnerstagsakademie also.
Erstmal in ein paar kurzen Sätzen wie unser schulfreies Leben aussieht.
Die Kinder lernen informell. Das heißt sie lernen das, was sie interessiert.
Dazu lernen sie noch in vielen praktischen Bereichen rund um Haus und Hof, einfach weil sie ein Teil der Gemeinschaft sind und mithelfen. Die meisten Kinder werden aus dem Alltag wegorganisiert und lernen dann theoretisch etwas über die praktischen Tätigkeiten, die ihre Eltern zu Hause erledigen. Da kann man doch echt nur den Kopf schütteln. Also, allein dadurch dass die Kinder immer mit dabei sind, wissen sie schon unglaublich viel über ihre Welt.
Als dritte Kategorie haben wir dann noch eine Hand voll von Fertigkeiten, die nicht von selber im Alltag auftauchen, die Elvis und mir aber sehr wichtig sind. Die übe ich mit den Kindern. Immer mal wieder, so wie es passt, machen wir ein paar Dinge. Eigentlich läuft das sehr geschmeidig. Ich brauche nur Material aufzutischen und schon fängt es an. Bei einigen Dingen erkläre ich, dass es mir wichtig ist, dass die Kinder das kennen und können und dann finden wir einen Weg wie wir das gemeinsam üben können. Nur ganz selten wenn ich maulig bin, sage ich dass ich jetzt aber will, dass ein paar bestimmte Dinge eingeübt werden. Aber dafür beiße ich mir hinterher immer selber in den Hintern, weil es einfach absolut unnütz ist.
Die Kinder sind den ganzen Tag beschäftigt. Immer haben sie etwas zu tun. Ich achte darauf, dass wir jeden Tag etwas für den Körper und etwas für den Kopf tun. Aber so richtig bewusst geplant ist das auch nicht. Ich merke einfach, wenn wir nicht mindestens ein mal am Tag wirklich in Bewegung kommen werde ich matschig. Und das ist natürlich absolut Jahreszeitenabhängig. Jetzt wo es wieder so warm ist, fallen Pelle und Luzie morgens aus dem Bett in den Garten und kommen nur zum Schlafen wieder ins Haus. Und in den dunklen Monaten dümpeln wir viel im Haus rum. Bei Schnee sind die beiden aber dann wieder ständig draussen.
Heute waren wir den ganzen Tag ums Haus beschäftigt. Wir haben Beete angelegt und gepflegt, Matschburgen gebaut, mit Kreiden gemalt, Luzie ist Fahrrad gefahren, ich habe Kuchen gebacken, Elvis und ich haben draussen in der Sonne ganz viele Planungsgespräche geführt, Pelle hat mit Lego gebaut, es wurde im Apfelbaum geschaukelt, mit Schafen über die Wiese gehüpft, auf den Ponys geritten (Pelle und Luzie alleine auf der Koppel), mit den Ponys grasen gegangen (da bin ich mitgegangen)... Pelle hat gestern und heute mit dem iPad ein Hörbuch für Luzie eingesprochen. Er hat sich letztes Wochenende auf dem Flohmarkt vier Der kleine Drache Kokosnussbücher gekauft. Er ist eigentlich schon bei Büchern mit mehr Text und kleinerer Schrift, deshalb braucht er für ein Buch auch nur zwei Stunden, aber sie haben ihm trotzdem sehr gefallen. Und er hat sich gedacht, um mehr von den Büchern zu haben liest er sie hinterher auch noch Luzie vor. Da er aber nicht immer dann Lust hat vorzulesen, wenn Luzie das wünscht - hat er das Hörbuch aufgenommen. Lustigerweise gehört der Audible-Ansagetext für Luzie und Pelle ganz selbstverständlich vor jedes Hörbuch, also fängt alles Vorgelesene immer mit "Audible. Clever lesen. Einfach Zeit sparen." an.
Jetzt ist es kurz vor zehn und Pelle und Luzie sitzen bettgehfertig hinter mir auf dem kleineren Familienbett und machen auf dem iPad Musik. Ein erfüllter Tag. So soll es sein.
Erstmal in ein paar kurzen Sätzen wie unser schulfreies Leben aussieht.
Die Kinder lernen informell. Das heißt sie lernen das, was sie interessiert.
Dazu lernen sie noch in vielen praktischen Bereichen rund um Haus und Hof, einfach weil sie ein Teil der Gemeinschaft sind und mithelfen. Die meisten Kinder werden aus dem Alltag wegorganisiert und lernen dann theoretisch etwas über die praktischen Tätigkeiten, die ihre Eltern zu Hause erledigen. Da kann man doch echt nur den Kopf schütteln. Also, allein dadurch dass die Kinder immer mit dabei sind, wissen sie schon unglaublich viel über ihre Welt.
Als dritte Kategorie haben wir dann noch eine Hand voll von Fertigkeiten, die nicht von selber im Alltag auftauchen, die Elvis und mir aber sehr wichtig sind. Die übe ich mit den Kindern. Immer mal wieder, so wie es passt, machen wir ein paar Dinge. Eigentlich läuft das sehr geschmeidig. Ich brauche nur Material aufzutischen und schon fängt es an. Bei einigen Dingen erkläre ich, dass es mir wichtig ist, dass die Kinder das kennen und können und dann finden wir einen Weg wie wir das gemeinsam üben können. Nur ganz selten wenn ich maulig bin, sage ich dass ich jetzt aber will, dass ein paar bestimmte Dinge eingeübt werden. Aber dafür beiße ich mir hinterher immer selber in den Hintern, weil es einfach absolut unnütz ist.
Die Kinder sind den ganzen Tag beschäftigt. Immer haben sie etwas zu tun. Ich achte darauf, dass wir jeden Tag etwas für den Körper und etwas für den Kopf tun. Aber so richtig bewusst geplant ist das auch nicht. Ich merke einfach, wenn wir nicht mindestens ein mal am Tag wirklich in Bewegung kommen werde ich matschig. Und das ist natürlich absolut Jahreszeitenabhängig. Jetzt wo es wieder so warm ist, fallen Pelle und Luzie morgens aus dem Bett in den Garten und kommen nur zum Schlafen wieder ins Haus. Und in den dunklen Monaten dümpeln wir viel im Haus rum. Bei Schnee sind die beiden aber dann wieder ständig draussen.
Heute waren wir den ganzen Tag ums Haus beschäftigt. Wir haben Beete angelegt und gepflegt, Matschburgen gebaut, mit Kreiden gemalt, Luzie ist Fahrrad gefahren, ich habe Kuchen gebacken, Elvis und ich haben draussen in der Sonne ganz viele Planungsgespräche geführt, Pelle hat mit Lego gebaut, es wurde im Apfelbaum geschaukelt, mit Schafen über die Wiese gehüpft, auf den Ponys geritten (Pelle und Luzie alleine auf der Koppel), mit den Ponys grasen gegangen (da bin ich mitgegangen)... Pelle hat gestern und heute mit dem iPad ein Hörbuch für Luzie eingesprochen. Er hat sich letztes Wochenende auf dem Flohmarkt vier Der kleine Drache Kokosnussbücher gekauft. Er ist eigentlich schon bei Büchern mit mehr Text und kleinerer Schrift, deshalb braucht er für ein Buch auch nur zwei Stunden, aber sie haben ihm trotzdem sehr gefallen. Und er hat sich gedacht, um mehr von den Büchern zu haben liest er sie hinterher auch noch Luzie vor. Da er aber nicht immer dann Lust hat vorzulesen, wenn Luzie das wünscht - hat er das Hörbuch aufgenommen. Lustigerweise gehört der Audible-Ansagetext für Luzie und Pelle ganz selbstverständlich vor jedes Hörbuch, also fängt alles Vorgelesene immer mit "Audible. Clever lesen. Einfach Zeit sparen." an.
Jetzt ist es kurz vor zehn und Pelle und Luzie sitzen bettgehfertig hinter mir auf dem kleineren Familienbett und machen auf dem iPad Musik. Ein erfüllter Tag. So soll es sein.
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